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Neues Kita-Konzept für Profen: Wo die Probleme liegen

 Kindertagesstätte in Könderitz

Die Kindertagesstätte in Könderitz gehört zu den Einrichtungen mit der höchsten Auslastung. Sie liegt im Durchschnitt bei 102 Prozent. Hier haben die Kinder noch wirklichen Bezug zum Landleben und freuen sich über Küken.

Foto:

René Weimer

Alttröglitz -

Die Gemeinde Elsteraue hat am Donnerstagabend ein neues „kommunales Handlungskonzept zur Kinderbetreuung für die Jahre 2020 bis 2022“ beschlossen. Doch ob damit der Platzbedarf in der Elsteraue abgedeckt werden kann, wird erst die Zukunft zeigen.

In der Debatte gab es zwei Knackpunkte: Zum einen soll die Kita in Profen saniert und danach die Kapazität um 20 Plätze aufgestockt werden. Zum anderen möchte der Ortschaftsrat Rehmsdorf die Aufnahme des freien Trägers Schalom-Oase Rehmsdorf. Denn diese Einrichtung besteht schon und könnte sofort Kinder aufnehmen.

Kindertagesstätten in Elsteraue

Kindertagesstätten in Elsteraue

Foto:

Grafik MZ

„Die meisten Einrichtungen arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze“

Der stellvertretende Ortsbürgermeister Christian Giegold (CDU) ergriff dazu das Wort: „Die meisten Einrichtungen arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze. Wenn wir mit Zuzug aus Leipzig rechnen, brauchen wir auch mehr Plätze. Bis diese in Profen gebaut werden, vergehen noch drei Jahre.“

Außerdem bereichere der christliche Träger das Angebot. Matthias Fahr (CDU) griff das Anliegen auf und stellte den Vorschlag zur Abstimmung. Zehn Räte stimmten dagegen, sieben dafür. So wurde der Vorschlag abgelehnt. Am Ende war die Entscheidung für das Konzept knapp: Neun Abgeordnete stimmten dafür, sieben dagegen und einer enthielt sich.

Laut Gemeinde gibt es ausreichend Plätze

Im Vorfeld gab es emotionale Debatten. „Richtig ist, dass wir zwei Monate im Jahr, das sind jene bevor die Kindergartenkinder in die Schule kommen, proppevoll sind“, sagt Bürgermeister Andreas Buchheim (parteilos). Die Gemeinde sehe trotzdem keinen Handlungsbedarf und sei in ihren Planungen von den durchschnittlichen Werten des Jahres ausgegangen.

Laut Gemeinde gebe es also ausreichend Plätze. In vorangegangenen Sitzungen hatten einige Räte auf die Anhörungen der Ortschaftsräte gedrungen. Denn es geht um sechs Einrichtungen in den Dörfern und über die Zukunft der Kitas sollten die Ortschaftsräte mitentscheiden. „Wie sind denn nun diese Anhörungen ausgegangen“, fragte Andrea Kabisch (CDU).

„Ich hatte keine Zeit, die Antworten für die Gemeinderäte zusammenzustellen“

Buchheim gab die Frage an Michael Dauster aus der Verwaltung weiter. „Ich hatte keine Zeit, die Antworten für die Gemeinderäte zusammenzustellen“, so Dauster. Er las vor, dass fünf Ortschaftsräte für und fünf gegen das Konzept gestimmt hätten. Dagegen waren Bornitz, Draschwitz, Rehmsdorf, Tröglitz. Langendorf forderte die Streichung des Satzes, dass es keinen Bedarf für weitere Träger gebe und würde dann zustimmen.

In Tröglitz befindet sich die größte Kindereinrichtung. Es ist der Ort mit den meisten Einwohnern (siehe Grafik mit Zahlen vom Dezember 2018 - aktuellere liegen der MZ nicht vor). Warum hier das Konzept abgelehnt wurde, blieb offen. „Der Ortschaftsrat kann die Prognosen und Berechnungen nicht nachvollziehen“, las Dauster vor. Gerade in Tröglitz gebe es Probleme. Erzieher fühlen sich überlastet, die Kindergruppen seien groß.

„Wir sollten die Bedenken der Ortschaftsräte ernst nehme“

„Wir sollten die Bedenken der Ortschaftsräte ernst nehmen und Änderungen in das Konzept aufnehmen“, sagte Carsten Sonntag (FDP). „Wann sollen wir denn da fertig werden“, so Buchheim. Bis 30. September soll die Zuarbeit beim Landkreis sein. „Ich finde, dass es wichtig ist, die Anregungen aus den Ortschaftsräten aufzunehmen“, sagte Ulrich Aubele (AfD) und stimmt dagegen. „Wir schreiben den Plan fort, keine Einrichtung wird geschlossen“, so Michael Thiel (Die Linke) und stimmt dafür. (mz)