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Halle vergibt Ehrenamtspreis Mit Video: "Esel, der auf Rosen geht" - Gerd Micheel, als Wohltäter für behinderte Menschen geehrt

Zum 19. Mal wurden am Samstagabend im nt in Halle die wichtigsten Ehrenamtspreise im südlichen Sachsen-Anhalt vergeben. Preisträger Gerd Micheel wird im Video vorgestellt. 

Von Dirk Skrzypczak 06.07.2023, 12:33
Gerd Micheel kümmert sich seit 25 Jahren um behinderte Menschen.
Gerd Micheel kümmert sich seit 25 Jahren um behinderte Menschen. (Foto: Steffen Schellhorn)

Halle (Saale) - Das wird nie was! Du bist verrückt! Es sind diese Sätze, die das ehrenamtliche Engagement von Gerd Micheel seit 25 Jahren begleiten. Seitdem hat er mit dem Förderverein Pro Handicap und Partnern über eine Million Euro an Spenden gesammelt – vor allem für behinderte Menschen. „Die Wärme, das Lächeln, die Menschlichkeit. Das ist etwas Wunderbares“, sagt der Unternehmer, der am Hansering in Halle ein Küchenstudio betreibt.

Gerd Micheel: Gewinner des Ehrenamtspreises der Stadt Halle im Video

 
Video: Gerd Micheel (Kamera: Anna Lena Giesert, Schnitt Christian Kadlubietz)

Hunderte Stunden pro Jahr investiert er in Projekte und Hilfsaktionen, um anderen zu helfen. „Mit seinem herausragenden und uneigennützigen Engagement gestaltet er einen wesentlichen Teil des sozialen Lebens in Halle“, lobt der Verein „Mit Handicap leben“.

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Gerd Micheel ist schon immer ein umtriebiger Zeitgenosse gewesen, der lieber anpackt, als auf andere zu warten. Mit zehn Jahren gründet er in Celle so etwas wie sein erstes Unternehmern. Er züchtet Kaninchen und verkauft die Tiere. Nach dem Mauerfall kommt er nach Halle, wird hier sesshaft. Als ihn 1998 die damalige Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) bittet, den Allgemeinen Behindertenverband zu unterstützen, „bei dem es an allen Ecken und Enden brennt“, wie sie sagte, entdeckt er sein großes Herz für andere. „Alleine kann man wenig ausrichten. Da braucht man schon einen Verein“, erzählt Micheel. Das hätten andere schon versucht. Das wird nie was, bekam er zu hören. Doch, es klappt. Und es reicht ihm nicht.

Der Unternehmer organisiert mit Persönlichkeiten wie Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) regelmäßige Benefizkochen. Von den Erlösen werden beispielsweise Begegnungsstätten barrierefrei umgebaut. Bundesweit in die Schlagzeilen kommt der „Hallunke“, als er mit der großen HFC-Familie 2014 ein Haus in Merseburg baut, damit die schwerkranke Stella mit ihren Eltern ein behindertengerechtes Zuhause bekommt. „Als ich das Kind in der alten Wohnung sah, die von vorn bis hinten nicht reichte, kamen mit der Tränen“, erinnert er sich. Und allen Widrigkeiten zum Trotz boxte er das Vorhaben durch. Das trifft auch auf seinen eigenen Betrieb zu.

Seit Jahren beschäftigt der Familienvater und mehrfache Opa eine behinderte junge Frau. Laura hatte 500 Bewerbungen für einen Job geschrieben und nur Absagen erhalten. Gerd Micheel stellte sie ein. „Ich bin gesund. Anderen, die nicht so viel Glück haben, ein Lebensziel zu geben, ist etwas Tolles“, sagt er. Er hoffe, dass mehr Firmen dem Beispiel folgten.

Alle Infos zum EhrenamtspreisDer Esel, der auf Rosen geht“.

Beruflich wie im Ehrenamt denkt Micheel nicht an Ruhestand. „Ich hoffe, dass ich das noch mindestens zehn Jahre machen kann“, sagt er. Und dabei zitiert er seinen Vater. Der habe ihm gesagt, dass derjenige, der gern gebe, auch etwas vom Leben zurückbekomme. „Und das ist viel mehr, als ich selbst gegeben habe.“