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Nur ein Verein stellt sich quer: Drittligisten fordern Aus für Regionalliga Nordost

B_3.Liga Stadion Energie Cottbus

Energie Cottbus hat sich als einziger Drittligist gegen eine Aufsplittung der Regionalliga Nordost ausgesprochen.

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Halle (Saale) -

Die Teams der 3. Liga drängen in der Frage der Regionalliga-Reform und der damit verbundenen Auf- und Abstiegsregelung auf eine Entscheidung. Am Freitag haben sich 19 der 20 Teams in einer gemeinsamen Erklärung klar für eine Aufsplittung der Regionalliga Nord positioniert.

Diese sei zwar „keine optimale und alle Vereine und Verbände zufriedenstellende Lösung“, aktuell aber der einzige Weg, um die angepeilte Reduzierung der fünf Regionalligen auf nur noch vier Staffeln zu realisieren. An den vier Abstiegsplätzen in Liga drei wollen die Teams weiterhin festhalten, sodass künftig alle Regionalliga-Meister direkt und ohne Play-off-Spiele aufsteigen würden.

Drittligisten fordern Verbände zur schnellen Reform auf

Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) hatte eine Auflösung der Nordost-Staffel bislang stets ausgeschlossen. Die Drittligisten fordern nun NOFV und Bayerischen Fußball-Verband auf, die Reformen umzusetzen. Die Teams aus der Nordost-Staffel würden dann nach geografischer Lage in die Regionalligen Süd und Nord verteilt.

Was bei Energie Cottbus Protest weckt. Als einziger Drittligist haben sich die Lausitzer der Forderung explizit nicht angeschlossen. Sie begründen auf ihrer Homepage, durch diese Idee würde „ein deutlicher Nachteil für die im NOFV-Gebiet beheimateten Klubs entstehen“. Es geht also ums Geld.

Energie Cottbus will 3. Liga auf 22 Vereine aufstocken

Aus „wirtschaftlichen Interessen“ stimmte der Klub daher den Plänen nicht zu. Anfahrtswege zu Auswärtsspielen würden sich massiv verlängern, zudem wäre die Liga durch den Wegfalls von Prestige-Duellen weitaus weniger attraktiv für Zuschauer und Sponsoren.

Auch ein Szenario, in dem die Regionalligen West und Südwest zwei feste Aufstiegsplätze erhalten und die übrigen drei Ligen zwei Aufstiegsplätze ausspielen, lehnt Energie ab: „Weiterhin widerspricht dieses Modell komplett dem Ziel 'Meister müssen aufsteigen', welches in jeglicher Kommunikation des FC Energie Cottbus stets die oberste Maßgabe war und ist.“

Drittligisten: Aktuelle Forderung nur eine Zwischenlösung

Stattdessen plädiert der abstiegsbedrohte Klub für eine Aufstockung der 3. Liga auf künftig 22 Vereine. Dann, so argumentiert Cottbus, könnten auch die fünf Regionalliga-Meister direkt aufsteigen.

Die anderen 19 Drittligisten sehen im aktuellen Vorschlag allerdings nur eine Zwischenlösung. Es bleibe bei der „Notwendigkeit einer mittelfristigen Neustrukturierung unterhalb der 3. Liga. Diese ist aus Sicht aller Unterzeichner dieser Erklärung dringend nötig“, wie die Klubs schreiben. (mz/sid)