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Holzspielzeug aus Oechlitz: Handgemachte Figuren mit Seele

Holzspielzeug

Eine Auswahl der Erzeugnisse aus der Werkstatt für Holzspielzeug von Steffen Schmidt

Foto:

Diana Dünschel

Oechlitz -

Am 29. und 30. Oktober findet auf dem Merseburger Domplatz der nächste Töpfer- und Kunsthandwerkermarkt - auch bekannt als Rabenmarkt - statt. Wer diesmal alles Handwerk, Musik und Kunst präsentiert, steht fest. Jetzt geht es in die Werbung. Veranstalter Steffen Schmidt lässt gerade Plakate drucken und Banner anfertigen und bringt die Internetseite auf Vordermann. Seit 2007 organisiert er das Spektakel zweimal pro Jahr. Doch es ist nur das zweite Standbein des Oechlitzers. Seit er sich 2005 mit einer Werkstatt für Holzspielzeug selbstständig machte, ist er in dieser Branche erfolgreicher Ein-Mann-Unternehmer.

Ob Puppenhaus und -möbel, Schaukeltier, der Igel als Greifling und Beißring oder die Bestseller auf Rädern und Rollen wie eine Eisenbahn: Der 48-Jährige setzt in Kleinserien die verschiedensten Spielzeugideen um. Das Besondere dabei ist, dass alles nicht nur aus makellos glattem Holz, sondern auch naturbelassen und ökologisch einwandfrei gefertigt wird. Das fängt bei der Beschaffung der Obst- und Naturhölzer an und setzt sich bei ihrer Bearbeitung fort.

Nachhaltige Bewirtschaftung

Das Material kommt vom Fachhandel, der nachhaltige Bewirtschaftung garantiert, oder direkt aus der Region. Der gelernte Tischler hat schon vor längerer Zeit einen Aufruf gestartet. Wer daheim einen Baum im Garten hat, von dem er sich trennen möchte, der aber als Feuerholz viel zu schade wäre, soll sich bei ihm melden. So lagern auf seinem Grundstück inzwischen Hölzer von Apfel, Kirsche, Birne oder Walnuss. Sie bringen die unterschiedlichen hellen und dunklen Farbtöne und eine schöne Maserung. Jedes Teil wird dadurch zum Unikat.

Nach dem Sägen und Schleifen wird jedes Spielzeug mit Leinöl auf pflanzlicher Basis behandelt, damit es auch mal abgewischt werden kann, sollten sich darauf kleine Schoko-Fingerabdrücke befinden. Steffen Schmidt achtet auch bei den Öhrchen für Zoo- und Bauernhoftiere oder Mähne und Schweif der Pferdefiguren darauf, dass sein Ziegen- und Kalbsleder pflanzlich gegerbt ist. Auf den Einsatz von Metallverbindungen hingegen verzichtet der Unternehmer. Zum Thema ökologische Produktion ohne Chemikalien kämen von den Eltern und Großeltern auch immer wieder Nachfragen, weiß er. Da habe in letzter Zeit eine Wende im Denken stattgefunden.

Zeichnen von Tierfiguren

Neue Ideen kommen sowohl von ihm wie von seiner Ehefrau und Helferin Anke. Sie versteht sich auf das Zeichnen von Tierfiguren, während der Chef für die Auto-, Traktor- und Bahn-Abteilung zuständig ist. Es könne schon eine Weile dauern, ehe ein neuer Entwurf zu Papier gebracht wurde, ist zu erfahren. Tatkräftige Unterstützung finde man im Freundeskreis. So warte eine Zieh-Ente, ein Entwurf einer Freundin des Sohnes Martin, auf die Umsetzung. Ein Elefanten-Prototyp wurde gerade durch eine Holzbildhauerin nachgebessert.

Der Verkauf des Spielzeugs aus dem Geiseltal erfolgt ausschließlich auf Kunsthandwerker- und Töpfermärkten zwischen Tangermünde und Dresden, zu denen Steffen Schmidt viele Wochenenden im Jahr reist. Aber es hat sich auch herumgesprochen, dass in seiner Werkstatt der Direkteinkauf möglich ist, so der Oechlitzer. Einen Internetshop bietet er aber nicht an. Sein Motto: Handgemacht, denn da steckt Seele drin. (mz)

Kontakt zu Steffen Schmidt unter:www.schmidtspielezeit.de, www.merseburger-rabenmarkt.de