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Bildung: Studentenproteste erreicht Thüringen

Jena/dpa. -

Zum bundesweiten Protesttag an diesem Dienstag ist inJena eine Demonstration geplant. Dazu werden etwa 500 Teilnehmererwartet, wie Christin Penz von Studierendenrat der Friedrich-Schiller-Universität am Montag sagte. Angekündigt hätten sich auchStudenten anderer Thüringer Hochschulen. Besetzungen vonHörsälen wie an etlichen anderen deutschen Universitäten sind inThüringen dagegen momentan kein Thema. Beim Bildungsstreik im Junihatten Jenaer Studenten das Rektoramt der Uni zeitweise besetzt.

Seither habe sich die Universitätsleitung sehr kooperativ gezeigtund ein Reform-Papier zum Bologna-Prozess in den Senat eingebracht,erklärte Penz. Es werde nun in den Fakultätsräten unter Mitwirkungvon Studenten diskutiert. Hinter dem sogenannten Bologna-Prozessverbirgt sich die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor-und Masterabschlüsse. Die Demonstration soll um 9.00 Uhr an derFachhochschule starten und durch die Innenstadt führen. Dabei isteine Kundgebung auf dem Universitätscampus vorgesehen.

Mit dem Protesttag wollen sich die Studenten für die Aktionswochevom 30. November bis 4. Dezember warmlaufen. Dann soll mit weiterenAktionen auf die aus ihrer Sicht vorhandene Misere im Bildungssystemaufmerksam gemacht werden. Die Hochschulen seinen unterfinanziert, nddringend benötigte Stellen könnten nicht besetzt werden, erklärte dieSprecherin der Konferenz Thüringer Studierendenschaften, JanineHofmann. Zudem seien mit der Umstellung auf Bachelor und Master dieStudiengänge verschult und gestrafft worden und die Abbrecherquotegestiegen.

«Das Studium sollte eigentlich selbstständig denkende Akademikerund Akademikerinnen hervorbringen, die in ihrem Berufsfeldeigenverantwortlich agieren können», sagte Hofmann. «Mit sturemAuswendiglernen, Anwesenheitspflicht und Studienplänen, die jedesEigenengagement im Keim ersticken, ist dieses Ziel nicht zuerreichen.»