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Kandidat plaudert Interna aus: Dieser Teil von „Bares für Rares” ist fake

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„Stammbesetzung“ der „Bares für Rares“-Händler (v. li.): Wolfgang Pauritsch, Susanne Steiger, Fabian Kahl, Ludwig „Lucki“ Hofmaier und Walter „Waldi“ Lehnertz.

Foto:

ZDF und Frank Hempel

Köln -

Jeden Tag mehr als drei Millionen Zuschauer - und jede Menge Gerüchte, wie es hinter den Kulissen aussieht bei Deutschlands populärster Trödelshow. Jetzt bringt ein Kandidat Licht ins Dunkel um das ZDF-Format „Bares für Rares." 

Christian Jüttner aus Bad Kreuznach wollte im TV sein edles Silber-Set verkaufen, erklärte er der „Allgemeinen Zeitung”. Doch während es im TV so wirkt, als würden die Kandidaten mehr oder weniger spontan im Studio aufkreuzen, um den Wert ihrer Schätze zu ermitteln, ist in Wirklichkeit ein monatelanger Vorgang. 

Er füllte erst einen Fragebogen vom ZDF aus. Die wollten dort alles ganz genau wissen, sagt er: wo das Silber-Set herkommt, welchen Preis er dafür möchte. Auch Fotos wollten sie haben.

Doch es verging anschließend beinahe ein halbes Jahr, bis Jüttner zu den Aunach Pulheim ins Walzwerk eingeladen wurde. Es gab eine kostenlose Nacht in einem Hotel im Industriegebiet, morgens um 8 Uhr ging es dann los. Vier Stunden musste Jüttner von Drehort zu Drehort tingeln, der Clip im TV dauert keine zehn Minuten.

Bei der Expertise redete Jüttner dann zunächst mit Albert Maier, später kam Horst Lichter ins Scheinwerferlicht. Der Experte schätzte den Wert des Silber-Sets auf 1.000 Euro, Jüttners Wunschpreis. Dann bekam er die berühmte Händlerkarte.

Doch schnell wurde ihm klar: die Karte hat keinen wirklichen Zweck und ist nur ein Element für die TV-Zuschauer. „Dann bin ich zwei Schritte gegangen und schon hat mir ein junger Mann die Karte wieder abgenommen“, erklärt Jüttner.

Weg war die Karte. Doch nur hinter der Kamera, denn in die Händlerrunde ging es natürlich trotzdem. Doch zunächst musste er immer wieder Fragen in die Kamera beantworten. Und musste so tun, als sei er gerade eben ins Walzwerk gekommen. 

Vor der Händlerrunde wurden er und die elf anderen Kandidaten plötzlich auch noch einmal richtig heiß gemacht, sagt Jüttner. Man solle nicht zu schnell verkaufen, wurde den Kandidaten gesagt. Paroli solle man auch bieten. Und natürlich den Preis hochtreiben. 

Ein langer Drehtag für den Kandidaten – der sich jedoch am Ende gelohnt hatte. Er bekam 850 Euro für sein Set. Davon will er sich nun eine Augen-OP finanzieren lassen. 

(mg)

(Dieser Artikel erschien zuerst bei express.de)