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Sie brachte den Minirock in die DDR: Ex-"Sybille"-Redakteurin Dorothea Melis ist tot

Dorothea Melis ist am Montag im Alter von 77 Jahren gestorben.

Dorothea Melis ist am Montag im Alter von 77 Jahren gestorben.

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Roger Melis © Nachlass Roger Melis / Mathias Bertram

Berlin -

Dorothea Melis, die als Redakteurin der Frauenzeitschrift „Sibylle“ in der DDR dem Minirock zum Durchbruch verhalf, ist tot. Sie sei nach schwerer Krankheit mit 77 Jahren am Montag in Berlin gestorben, teilte der Leipziger Lehmstedt Verlag unter Berufung auf ihre Familie am Dienstag mit.

Melis, die an der Berliner Kunsthochschule Weißensee studiert hatte, war von 1961 an leitende Redakteurin bei „Sibylle“. Dort setzte sie für das Blatt ein neues Modekonzept um. Die Tochter eines Architekten orientierte sich dabei am Ideal der selbstbewussten, gebildeten und berufstätigen Frau. Als Stylistin beeinflusste sie Fotografen wie Arno Fischer, Günter Rössler, ihren späteren Mann Roger Melis sowie Sibylle Bergemann, deren Bilder zu Ikonen der DDR-Modefotografie wurden.

Es habe am Anfang massiven Einspruch gegen Fotos von Mädchen im Minirock gegeben, hatte Melis in einem Interview gesagt. „Ich war ja sehr jung und habe natürlich jede Mode mitgemacht, und meine Röcke waren auch kurz“, hatte die Journalistin im Deutschlandradio Kultur berichtet.

1970 wechselte Melis in den DDR-Handelsbetrieb Exquisit, wo sie Modeschauen organisierte. Nach dem Ende der DDR war sie Ausstellungskuratorin und gab Bücher heraus. Von 1957 bis 1962 war die Journalistin mit dem Grafiker Alex Bertram verheiratet, ab 1970 mit Melis (1940-2009). (dpa)