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Hundeanhänger 2.0: Firma aus Queis entwickelt App für Tieranhänger

Digitalisierung

Mathias Dögel liebt Hunde - der digitalisierte Hundeanhänger musste da schon fast zwangläufig kommen.

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Ira Berg

Halle/Queis -

Vergangene Woche hatte die Agentur für Arbeit Firmenchefs aus der Region nach Halle eingeladen. Thema: die Möglichkeiten von Social Media bei der Suche nach Fachkräften. Als Referenten hätte die Agentur auch Mathias Dögel verpflichten können - in Sachen Digitalisierung gehört er zu den klügsten Köpfen in Sachsen-Anhalt. Dögel, 38, Hallenser, hat im Gewerbegebiet Queis seinen Firmensitz. Von dort aus bietet er digitale Lösungen für Firmen an - und erweist sich als eine Art „Daniel Düsentrieb“.

Digitalisierung: Hundeanhänger 2.0

Für Hundeliebhaber hat er die Plattform „working dog“ entwickelt. Außerdem hat Dögel mit seinem Team auch schon einen Weinkühlschrank digitalisiert und einen Grill entworfen, der sich über eine App auf dem Smartphone steuern lässt. Jetzt präsentiert er seine neuste Idee: den Hundeanhänger 2.0.

„Viele Unternehmen verstehen die Digitalisierung als Zukunftsmusik. Dabei ist sie längst Gegenwart“, hatte der Geschäftsmann schon vor einem Jahr der MZ gesagt und damals prophezeit, dass 2023 kein Unternehmen mehr erfolgreich existieren werde, das nicht umgehend in die Digitalisierung einsteigt. Derweil ist vor Dögel und seinem Drang nach interaktiver Vernetzung kein Alltagsgegenstand sicher. Der digitalisierte Hundeanhänger jedenfalls ist mit Sensoren und Technik vollgestopft. „Per App kann der Hundebesitzer jederzeit die Temperatur im Anhänger messen und steuern. So ist es kein Problem, an heißen oder kalten Tagen die gewünschte Temperatur dauerhaft einzustellen“, sagt der Firmenchef.

Firma aus Queis: App für Tieranhänger

Über die Live-Streaming-Funktion können die Hunde zudem beobachtet werden. Und für den Fall, dass sich Langfinger an dem Hightech-Hänger vergreifen, kann das Gefährt über einen verbauten GPS-Sender jederzeit geortet werden. Das System will Dögel auch auf andere Transportmittel übertragen, beispielsweise auf Pferdeanhänger. Dögel selbst bezeichnet sein Unternehmen mittlerweile als eine der führenden Technologie-Firmen der Region. Wirtschaftlich geht es steil bergauf. Für 2019 erwartet der Jungunternehmer eine Umsatzsteigerung von 35 Prozent. „Wir geben heute ein ganz anderes Tempo vor. Mit unseren Produkten konnten wir schon branchenveränderte Weichen stellen“, sagt Dögel. Und er hat weitere Ziele, will mit seinen Innovationen schon 2020 in Ostdeutschland an die Spitze.

Aktuell hat die Gesellschaft 70 Mitarbeiter beschäftigt. Für eine Million Euro wurde gerade der Firmensitz in Queis, dem „Kabelskevalley“, erweitert. Außerdem plant Dögel eine Filiale in Leipzig. 20 neue Mitarbeiter sollen in diesem Jahr eingestellt werden - Fachinformatiker, Entwickler, Multimedia-Spezialisten. Interessenten sollten aber eines beachten. Mathias Dögel akzeptiert nur digital eingereichte Bewerbungen, was bei diesem Mann auch nicht verwundert. (mz)