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Nach Krisensitzung im Gartenreich: Abholz-Aktion von 8.000 Bäumen ist gestoppt

Fällung am Leiner Berg

Fällung am Leiner Berg

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Thomas Ruttke

Dessau -

Der Beschluss der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, 8.000 erkrankte und abgestorbene Eichen zu fällen, ist vom Tisch. Das gab gestern der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Kulturminister Rainer Robra, am Sitz der Kulturstiftung in Dessau-Großkühnau bekannt. Das Kuratorium reagierte damit auf den starken öffentlichen Protest, den die im Sommer begonnene Fäll-Aktion ausgelöst hat.

Nachdem bereits vor zwei Wochen von Robra ein „Moratorium“ über die Maßnahmen verhängt wurde, soll jetzt ein Dreistufen-Plan greifen. Demnach werden zunächst bis zum 15. März 2020 nur noch solche Bäume gefällt, die, erstens, akut die Verkehrssicherheit gefährden, und, zweitens, zum gesundheitlichen Schutz der Nachbarbäume entfernt werden müssen. Im Klartext: Es werden vorerst nur noch ohnehin reguläre forstwirtschaftliche Maßnahmen durchgeführt. Man will jetzt erst planen, dann fällen – und nicht umgekehrt.

Bis zur Aussetzung der Fäll-Aktion sind bereits 1.200 Bäume geschlagen worden

Geplant werden soll künftig auf der Grundlage eines Forststrategie-Planes, der von der Kulturstiftung im Frühjahr in Auftrag gegeben worden sein soll und dessen Ergebnisse im Herbst 2020 vorliegen sollen. Zudem ist die Stiftungsdirektorin, Brigitte Mang, laut gestrigem Kuratoriumsbeschluss dazu aufgefordert worden, „begleitende Informationsveranstaltungen in den betroffenen Revieren zeitnah durchzuführen“.

Der Minister erklärte, dass nicht 8.000 Eichen, sondern 8.000 Bäume ursprünglich zum Abholzen vorgesehen waren. Diese Zahl habe nur 40 Prozent Eichen eingeschlossen, was aber – trotz Nachfragen – nie öffentlich kommuniziert worden war. Bis zur Aussetzung der vom Biosphärenreservat genehmigten Fäll-Aktion seien 1.200 Bäume geschlagen worden.

Bei Erarbeitung des Forststrategieplanes sollen Institutionen, Verbände und Behörden eingebunden werden

Bei der Erarbeitung des Forststrategieplanes und der Diskussion der künftigen Maßnahmen sollen ausdrücklich alle Institutionen, Verbände und Behörden eingebunden werden, sagte Robra. Letzteres war bisher nicht der Fall. Brigitte Mang erklärte, dass bei der Fäll-Aktion keine das Landschaftsbild prägenden Solitäreichen hätten fallen sollen. (mz)