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Arbeitseinsatz: Angehörige pflegen Soldatenfriedhof

Zerbst/MZ. -

Einen zehntägigen Arbeitseinsatz absolvieren zur Zeit elf Soldaten und Reservisten der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg unter Führung von Hauptmann Wolfgang Taschka auf dem Kriegsgefangenen-Friedhof in den "Mucheln" nahe des Flugplatzes in Zerbst. Seit 1993 schon gibt es diese jährlichen Arbeitseinsätze in Zerbst in Zusammenarbeit der Bundeswehr mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die gleichen Soldaten waren hier auch schon im vorigen Jahr im Einsatz. Seit Dienstag kampieren sie in Zelten an der Kiesgrube in der Biaser Straße. Auf dem Muchelfriedhof mähen sie Gras, beseitigen Unkraut, säubern Gedenksteine und halten die Wege in Ordnung.

Der Friedhof wurde während des 1. Weltkrieges nach 1916 angelegt. Hier wurden vorwiegend sowjetische Kriegsgefangene, außerdem Franzosen, Kanadier, Belgier und Spanier bestattet. Zeitweise lebten im nahmen Kriegsgefangenenlager bis zu 16 000 Soldaten, die in Industrie, Handwerk und Landwirtschaft eingesetzt wurden. Der von einer Mauer umgebene Friedhof liegt weit außerhalb von Zerbst in einem Waldgebiet und befand sich Anfang der 90er Jahre in einem verwahrlosten Zustand.