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Umbau: Krankenhaus wird Hotel für Pflegebedürftige

Die Merseburger Sozial-Konzept-Invest GmbH hat das Hohenmölsener Krankenhaus gekauft. Vorstandsvorsitzender Udo Unbehaun (li.) und Peter Zur von der Geschäftsleitung haben den Plan, hier in zwei Jahren ein Gesundheitshotel zu eröffnen.

Die Merseburger Sozial-Konzept-Invest GmbH hat das Hohenmölsener Krankenhaus gekauft. Vorstandsvorsitzender Udo Unbehaun (li.) und Peter Zur von der Geschäftsleitung haben den Plan, hier in zwei Jahren ein Gesundheitshotel zu eröffnen.

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Michael Thomé

Hohenmölsen -

Das seit acht Jahren leer stehende Krankenhaus in Hohenmölsen soll in spätestens zwei Jahren als Gesundheitshotel seine Pforten öffnen. Dies ist das erklärte Ziel der Sozial-Konzept-Invest GmbH aus Merseburg, die die Immobilie erworben hat. Udo Unbehaun, Vorstandsvorsitzender der Sozial-Konzept-Pflege AG, gab dies gestern vor den Medien in Hohenmölsen bekannt.

Stillschweigen über Kaufsumme

Über die Kaufsumme gegenüber dem Vorbesitzer, der Asklepiosklinik in Weißenfels, war Stillschweigen vereinbart worden. Günstig ausgewirkt habe sich für den Erwerb der Immobilie, dass das Sozialministerium die Fördermittelbindung über mehrere Millionen Euro, die für den Bau eines neuen Gebäudes 1994 eingesetzt worden waren, aufgehoben hat. Dies war vereinbart worden, wenn das Krankenhaus wieder als Gesundheitseinrichtung genutzt würde. Zahlreiche Investoren, die in der Vergangenheit aus dem Krankenhaus unter anderem eine touristische Einrichtung machen wollten, scheiterten daran.

Inklusive Akademie für Pflege und Soziales

Zudem habe das Konzept der Merseburger in Magdeburg überzeugt. „Die Demografie offenbart, dass die Deutschen immer älter werden. Nicht immer ist das aber damit verbunden, dass sie gesund alt werden. Wir sehen jedoch in der Betreuung pflegebedürftiger Menschen, wenn sie zum Beispiel aus dem Krankenhaus entlassen wurden, einen großen Nachholbedarf“, schilderte Unbehaun. Hier setze die Sozial-Konzept-Invest GmbH an. Mit einem Gesundheitshotel inklusive einer Akademie für Pflege und Soziales wolle man den kranken Menschen einen Übergang zwischen Krankenhaus und Wohnung anbieten. „In der Zeit, wo sich die Patienten im Hotel befinden, kann zum Beispiel ihre Wohnung behindertengerecht umgebaut werden“, meinte der Vorstandsvorsitzende.

Neun Monate Planungsphase

Nach Hohenmölsen habe der neue Besitzer bereits seit mehreren Jahren geäugt. „Die Kleinstadt ist zauberhaft. Die Immobilie hat Charme und die Anbindung im Burgenlandkreis als auch nach Halle und Leipzig ist ideal“, schwärmte Unbehaun.

Wie soll das Konzept nun in Hohenmölsen Gestalt annehmen? Nach der Planungsphase von etwa neun Monaten sollen die Bauarbeiten beginnen. Vorgesehen seien vier Bauabschnitte. Investiert werde über das Merseburger Unternehmen als auch durch weitere Investoren. Die Rede ist von rund 25 Millionen Euro. Vorgesehen seien sie für den Abriss, Um- und Neubau in den nächsten zwei Jahren. Im ersten Schritt werde das alte Krankenhaus entkernt und der Neubau umgebaut. Das 1914 errichtete Haupthaus sei baulich noch in einem Topzustand und soll in seiner äußeren Ansicht erhalten bleiben. Entstehen sollen 120 Plätze für betreutes Wohnen und bis zu 100 Appartements. Zeitgleich sollen zahlreiche kleine Anbauten am Krankenhaus abgerissen werden.

Pflegeschule bildete eigenen Nachwuchs aus

Neben den Unterbringungsmöglichkeiten für pflegebedürftige Menschen auf hohem Niveau, wie betont wurde, strebt der Besitzer im Neubau die Einrichtung eines Physio- und Ergotherapie- sowie eines Ärztezentrums an. Eingerichtet werden soll eine Pflegefachschule, um den eigenen Nachwuchs auszubilden. Angedacht seien hier etwa 40 Plätze für Auszubildende. Insgesamt sollen im Gesundheitshotel Hohenmölsen bis zu 200 Menschen einen Job finden.

All dies hörte natürlich Bürgermeister Andy Haugk (parteilos) gern. „Das Krankenhaus, vor über 100 Jahren als Knappschaftskrankenhaus für die Bergarbeiter errichtet, gehört historisch ins Stadtzentrum und in unser Revier. Es fast ein Jahrzehnt geschlossen zu sehen, war für viele Hohenmölsener schmerzlich.“ Nicht wenige Bürger der Stadt hätten in dieser Klinik das Licht der Welt erblickt und deshalb eine ganz nahe Beziehung zu ihrer „Geburtsstätte“. Die Wiederbelebung der schon tot geglaubten Einrichtung sei ein Paukenschlag und eine Würdigung des Standortes, so Haugk. Eine Konkurrenz zu bereits bestehenden Pflegeeinrichtungen in der Stadt sehe er nicht. „Ich denke, das Hotel wird sich mit ihnen gut ergänzen. Zudem wird der Zulauf aus dem Umland garantiert gegeben sein.“ Und Udo Unbehaun ergänzt: „Ich denke, wir haben das Ganze schon fast zu klein geplant.“ Der Gebäudekomplex umfasst 16 000 Quadratmeter. Eine Fläche wurde noch hinzugekauft und bietet so neben Parkflächen noch eine Erweiterungsmöglichkeit. Nun gehe es straff in die Planung, heißt es aus der Verwaltung. Den Bebauungs- und den Flächennutzungsplan im angegebenen Zeitraum zu erstellen, sei eine große Herausforderung. (mz)