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Zeitz: Steine gegen das Vergessen

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 12:59 Uhr
Gunter Demnig beim Verlegen der Stolpersteine im Jahr 2007. (ARCHIVFOTO: MZ) 
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Am 26. November werden in der Stadt vier neue Stolpersteine verlegt und damit an jüdische Mitbürger erinnert, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden.
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zeitz/MZ. 

"Sie waren unsere Nachbarn" - so heißt nicht nur eine Ausstellung, die die Zeitzer Initiative Stolpersteine zusammengestellt hat. Die Worte fassen auch genau das zusammen, was die Gruppe vermitteln will, nämlich das die jüdischen Mitbürger genauso zur Geschichte von Zeitz gehören, wie alle anderen Meschen auch. Um an die Schicksale der Juden, die im Nationalsozialismus verfolgt und vernichtet wurden, zu erinnern, wurden 2007 in der Stadt sieben Stolpersteine verlegt. Am 26. November nun sollen weitere Steine hinzu kommen.

In der Kramerstraße erinnern drei dieser Messingpflaster bereits an die Familie Mendelsohn, nur wenige Meter entfernt soll am 26. November ein Stein für Hedwig Flatow vor deren ehemaligen Wohnhaus eingelassen werden. An die Familie Flörsheim erinnern bereits drei Steine in der Leipziger Straße, ein weiterer Stein ist am Elsterhang für Siegfried Fürst verlegt worden. Neu hinzu kommen Steine für Lydia und Hermann Blumenthal am Roßmarkt und einer für Auguste Lewy am Neumarkt. Sie werden jeweils vor dem einstigen Wohnhaus der Bürger verlegt.

Dass es wichtig ist, an die jüdische Geschichte von Zeitz zu erinnern, treibt die Mitglieder der Initiative an. "Das Interesse war bisher immer positiv, bei allen Veranstaltungen, die wir gemacht haben", sagt Sigrid Altendorf. Und Karin Denk nennt Beispiele: etwa Diskussionsforen, Ausstellungen, Lesungen, Stadtrundgänge und Vorträge, die in Schulen gehalten worden. Dem voraus geht eine umfangreiche Recherche nach Namen jüdischer Mitbürger, die einst in Zeitz gelebt haben. Einige waren Kaufleute, die Namen daher bekannt, zudem konnte die Gruppe auf eine Aufstellung jüdischer Bürger zurückgreifen, die 1933 in Zeitz gelebt haben. Diese Liste wurde einmal von ABM-Kräften zusammengestellt. Außerdem hat sich eine junge Frau in ihrer Abschlussarbeit mit dem jüdischen Leben in der Stadt beschäftigt, auch diese Unterlagen konnte die Gruppe zurate ziehen. "Es gibt viele, die sich von Anfang in die Forschung eingebracht haben, die Arbeit der Initiative baut darauf auf", sagt Maria Barsi. Denn wichtig sei, möglichst alle Daten von der jeweiligen Person zusammenzutragen. So ist auch die Ausstellung "Sie waren unsere Nachbarn" entstanden, die jüngst zum Mälzereifest wieder einmal gezeigt wurde. Erweitert mit neuen Tafeln.

Zur Verlegung der neuen Stolpersteine am 26. November sind Gäste willkommen. Der Kölner Gunter Demnig wird kurz nach 16.30 Uhr mit der Verlegung der Messingpflaster am Roßmarkt 6 beginnen und danach in der Kramerstraße und am Neumarkt weiter machen. Im Anschluss wird er in der Stadtbibliothek Zeitz über seine Initiativen und sein damit verbundenes Anliegen informieren.

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