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Unglück in Zeitz: Drei Verletzte und Sachschaden am Zug und Baufahrzeug

Unfall mit Zug und Baufahrzeug. Feuerwehr ist vor Ort.

Unfall mit Zug und Baufahrzeug. Feuerwehr ist vor Ort.

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Angelika Andräs

Zeitz -

Drei Verletzte, ein schwer beschädigter Zug der Erfurter Bahn und Sachschaden an einem Betontransporter, das ist das Ergebnis des Unfalls, der sich am Mittwoch um 7.58 Uhr in Zeitz ereignet hat. Neben dem Bahnübergang bei Südzucker in der Kreisstraße sind ein mit 30 Fahrgästen besetzter Zug und ein Baufahrzeug zusammengestoßen. Der Betonmischer geriet dabei bei einem Wendemanöver in den sogenannten Regellichtraum oder Profilraum der Bahn, einen Abhang direkt neben den Gleisen. Im selben Moment passierte der Zug den Bahnübergang. Wie die Bundespolizeiinspektion Magdeburg bestätigt, wurden dabei durch den Einfülltrichter des Fahrzeugs sämtliche Fensterscheiben auf der linken Seite der zwei Zugeinheiten vollständig zerstört.

Am Herrmannschacht, um die 300 Meter entfernt und direkt an der Südzucker-Baustelle, kam der Triebwagen aus Richtung Gera zum Stehen. Dort stellte die zum Unfallort gerufene Feuerwehr Zeitz Löschbereitschaft her und kontrollierte den Zug auf Schäden und Gefahrenpotenzial. „Wir haben uns nach der Kontrolle vor Ort entschieden, die Fahrgäste sofort aus dem Zug zu holen“, sagte der Einsatzleiter der Zeitzer Feuerwehr Kristian Holitschke, „damit wollten wir einmal allen möglichen Gefahren aus dem Wege gehen und zum anderen ist es ein psychologischer Aspekt, Unfallopfer nicht so lange dem Szenario auszusetzen.“

Mit Steckleitern aus dem Zug geholt

Da die Türen in gut einem Meter Höhe waren - der Zug hatte ja nicht am Bahnsteig gehalten - wurden die Passagiere mit Steckleitern aus dem Zug geholt. „Wir haben dann Räume im Verwaltungsgebäude organisiert, Tische und Stühle hineingestellt“, Holitschke weiter, „damit sie erst einmal sitzen konnten und zur Ruhe kamen.“ Aufgeregt waren alle, viele hatten noch Angst, bei manchem hätte es auch ein Schock sein können.

Einer der Fahrgäste sagte später, er habe noch nie so etwas Grauenvolles erlebt und den Unfall als einen Vorgang empfunden, den er sich nie hätte als Zugunglück vorstellen können. „Man denkt immer, da stoßen zwei Züge zusammen oder der Zug fährt auf etwas auf, aber dass die Gefahr von der Seite, im Vorbeifahren kommt, das ist für mich immer noch grauenvoll.“ Da die Feuerwehr vorsorglich einen Bus bei der Nahverkehrsgesellschaft geordert hatte, konnten die Erfurter Bahn gleich unterstützt und die Reisenden nach Leipzig gefahren werden.

Erleichterung zu spüren

Vor Ort war auch Holger Janßen, Projektleiter bei der Errichtung der Weizenstärkefabrik der Südzucker AG. Erklären konnte auch er sich nicht, wie es zu dem Unfall gekommen ist. Allerdings war seine Erleichterung zu spüren, dass es nicht schlimmer ausgegangen ist. Jedem hier vor Ort, der den Zug gesehen hat, war klar: Das war sehr viel Glück im Unglück. „Erst hier kam der Zug zum Stehen“, sagte er, „das sind mindestens 300 Meter.“ In enger Zusammenarbeit mit ihm koordinierte Kristian Holitschke die Abläufe vor Ort. So wurde dafür gesorgt, dass die Fahrgäste in einen Raum gebracht werden konnten, wo sich Rettungssanitäter und Notarzt um sie kümmern konnten. Die drei Verletzten wurden direkt zum Arzt gefahren. Sie waren von umherfliegenden Glassplittern getroffen worden. Der Triebfahrzeugführer erlitt einen Schock.

Die Bahnstrecke Zeitz-Gera war sofort nach dem Eintreffen der Feuerwehr vom Einsatzleiter über die Leitstelle in Naumburg gesperrt worden. Es wurde natürlich daran gearbeitet, sie so schnell wie möglich wieder freizugeben, um den Zugverkehr nicht zu behindern. Das war möglich, nachdem der Zug zum Bahnhof gebracht und die Strecke vollkommen geräumt worden war. Um 10.30 Uhr erfolgte laut Bundespolizei die Freigabe. (mz)


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