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Suche: Sechs Katzen sind in Zeitz spurlos verschwunden

Katze

Wenn Katzen gechipt sind, kann man sie einem Besitzer zuordnen, wenn sie gefunden werden. Im Tierheim wird bei allen Fundkatzen geprüft, ob sie einen Chip haben.

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Hartmut Krimmer

Zeitz -

Wo sind Lilly, Mattie, Benny, Dolores und die anderen vermissten Stubentiger? Das fragen sich mehrere Katzenbesitzer in Zeitz. Denn innerhalb von zwei Wochen sind zwischen Zeitz-Ost und Unterstadt sechs Katzen und Kater spurlos verschwunden. Die beiden Katzen von Juliane Winkler sind seit Mittwoch vor einer Woche unauffindbar. „Das Hoftor war immer offen“, erzählt sie der MZ, „sie sind nie rausgelaufen. Und dann gleich beide?“ Sie sucht nun schon seit Tagen die Innenstadt ab. Eine Hoffnung hat sie: „Zumindest Lilly hat einen Chip. Wenn sie zum Beispiel im Tierheim landen würde, dann könnte das Auslesen der Daten helfen, dass sie zu uns zurückkommt.“

Verunsichert ist Juliane Winkler aber, weil auch der Kater von Freunden aus der Dietrich-Bonhoeffer-Straße in derselben Woche verschwunden ist. Der Mann glaubt aber nicht, dass sein Kater sich verirrt hat. „Er ist hier seit über zehn Jahren Freigänger, der kennt jeden Winkel, hat immer nach Hause gefunden“, erzählt er, „die Katze meines Kollegen aus der Gleinaer Straße ist am selben Abend verschwunden.“ Da glaubt niemand an Zufälle.

Die Angst geht um

Und bei den Nachbarn, die ebenfalls Freigängerkatzen haben, geht die Angst um. „Da traut man sich doch nicht mehr, seine Katze rauszulassen“, sagt eine Besitzerin von zwei Katern, „ich sperre sie ein, bis ich sicher sein kann, dass hier niemand sein Unwesen treibt.“ Alle Tiere waren kastriert. Es ist also auszuschließen, dass sie auf Partnersuche zu weit von ihrem angestammten Revier weggelaufen sind. Dass sie alle vergiftete Köder gefressen haben könnten, schließen die Halter ebenfalls aus. Dann hätte man zumindest das eine oder andere Tier irgendwo finden müssen. Ähnlich wäre es, wenn sie überfahren worden wären.

„Natürlich haben wir als Erstes im Tierheim gefragt“, sagt der Katzenbesitzer aus Zeitz-Ost, „die Frauen dort waren sehr nett, aber von Benny bisher keine Spur.“ Das Tierheim ist fast immer der erste Anlaufpunkt, wenn Tiere verschwunden sind. Und das ist auch richtig so: „80 Prozent der erwachsenen Katzen, die wir hier haben, sind Fundtiere, also weggelaufen oder ausgesetzt“, sagt Jacqueline Just, die sich um die Katzen kümmert. In den letzten Wochen konnten vier Katzen wieder an ihre Besitzer übergeben werden. „Dank der Veröffentlichung in der Zeitung“, so Just. Bringt es etwas, die Katzen chippen zu lassen? „Auf jeden Fall“, sagt Eva-Maria Bauer, Tierheimleiterin und Vorsitzende des Zeitzer Tierschutzvereins. „Wenn wir Katzen aufnehmen, dann überprüfen wir sofort, ob sie einen Chip haben.“

Ist eine Anzeige sinnvoll?

Halter der verschwundenen Tiere fragen sich auch, ob es sinnvoll ist, Anzeige zu erstatten. „Mit einer Anzeige kann man nichts falsch machen“, sagt Polizeisprecher Jörg Bethmann und fügt hinzu, dass so die Beamten von Häufungen bestimmter Fälle erfahren. Sie können so in Gesprächen und im Rahmen der Streifentätigkeit gezielt Augen und Ohren offen halten. Fakt sei auch, wenn jemand als Verantwortlicher ermittelt werden könnte, hätte es Konsequenzen für ihn.

Und es lohnt sich auch, immer wieder im Tierheim nachzufragen. Eine der Katzen, die jetzt wieder nach Hause konnten, war ein halbes Jahr vermisst. (mz)


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