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Selbstverteidigung für Frauen: Die Körpersprache ist entscheidend

Jens Nerling (l.) erklärt Ines Schütz aus Zeitz die Grundlagen der Selbstverteidigung, Kevin Klawonn schaut zu.

Jens Nerling (l.) erklärt Ines Schütz aus Zeitz die Grundlagen der Selbstverteidigung, Kevin Klawonn schaut zu.

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marco junghans

Zeitz -

„Die Anzahl der Anfragen war riesig. Ich plane sogar schon den nächsten Kurs“, erzählte Jens Nerling, Chef der Schule der Europäischen Wing Tsun Organisation (EWTO) in Zeitz. In dem Verein, der in der Zeitzer Schillerstraße sein Zuhause hat, wird Wing Tsun praktiziert. Eine reine Selbstverteidigung, in deren Mittelpunkt einmalige Prinzipien stehen, die durch konzentriertes Üben und bewusstes Sich-Einlassen erlernt und umgesetzt werden können. Dabei werden anfangs Techniken und Abläufe unterrichtet, die aber nur Mittel zum Zweck sind. Ziel ist die Ausprägung von wichtigen Fähigkeiten, die einem in Konfliktsituationen jeglicher Art zur Verfügung stehen. Und genau diese Fähigkeiten sollten Frauen am Samstagnachmittag in einem dreistündigen Crashkurs erlernen.

In verschiedenen Rollenspielen wurden die Teilnehmerinnen in Situationen hineinversetzt. „Ziel ist es, Gewalt zu vermeiden. Es soll gar nicht erst zu Übergriffen kommen“, erklärte Nerling. Auch die Damen stimmten ihm zu. Ines Schütz gehörte beispielsweise dazu. Sie hat sich angemeldet, weil sie sich sicherer auf der Straße fühlen möchte und vielleicht ein paar Dinge lernen, die ihr helfen, sich geschickt herauszumanövrieren. Wichtig sei laut dem Trainer die Körpersprache, das Auftreten der Angegriffenen. Dabei geht es auch um Belästigungen, die ganz schnell auch im Alltag, etwa in einer Bar, geschehen können.

Im Rollenspiel saßen die Teilnehmerinnen auf einer Bank. Der Angreifer legte die Hand auf den Schoß der Frauen. Doch was tun? „Ganz einfach“, erklärte Nerling. „Ihr nehmt die Hand von Eurem Bein, legt sie ihm mit Kraft auf sein Bein, steht auf, zeigt mit dem Finger in sein Gesicht und sagt mit kräftiger Stimme, dass ihr das nicht wollt“, fuhr der Coach fort. „Klingt gar nicht so schwer“, waren sich die Damen einig und probierten sich aus. Anfangs war die Stimme noch sehr verhalten, doch schnell fanden sie sogar Spaß daran, sich zu wehren.

Neben der Bar-Szene wurden am Samstagnachmittag noch jede Menge weiterer Alltagssituationen durchgegangen. Selbst das Angreifen von mehreren Personen spielte eine Rolle im Crashkurs. Die Teilnehmerinnen waren mit sehr viel Eifer bei der Sache und nahmen allerhand nützliche Tricks mit nach Hause. „Ich hoffe aber, dass ich es trotzdem niemals anwenden muss“, sagte Ines Schütz und geht nun mit einem besseren Gefühl, sich doch zur Wehr setzen zu können, durch die Straßen. (mz)

Weitere Informationen über die Homepage: www.ewto-schule-zeitz.de


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