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Nach Brandanschlag auf Asylbewerberheim: Erste Flüchtlinge in Tröglitz eingetroffen

«Refugees welcome»

«Refugees welcome» steht auf einem Transparent an einer alten Eisenbahnbrücke nahe Tröglitz .

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dpa

Tröglitz -

Monatelang hat die geplante Unterbringung von Asylbewerbern in Tröglitz für schwere Konflikte gesorgt, jetzt sind die ersten Flüchtlinge angekommen. Wie geplant seien drei Familien in zwei Wohnungen in dem kleinen Ort im Burgenlandkreis untergebracht worden, teilte Landrat Götz Ulrich (CDU) am Mittwoch mit. Es handele sich um neun Asylbewerber.

Über weitere Details und Planungen will Ulrich zusammen mit der Bürgerinitiative „Miteinander - füreinander“ an diesem Donnerstagvormittag (10.00 Uhr) in Naumburg informieren. Auch die Neuankömmlinge sollen bei dem Termin vorgestellt werden.
Ihre Ankunft in Tröglitz hatte der Burgenlandkreis geheim gehalten, um ihnen Ruhe zu gönnen. Der Ort hat sich wochenlang vorbereitet. Paten für die Flüchtlinge wurden organisiert und Spenden gesammelt. Zuletzt gab es Anfang Juni ein Benefiz-Konzert, bei dem Musiker aus den USA und Deutschland zu Solidarität aufriefen.

Ursprünglich sollten 40 Flüchtlinge in einem großen Mehrfamilienhaus in Tröglitz untergebracht werden. Ein Brandanschlag von Unbekannten auf das frisch sanierte Haus zwang die Verantwortlichen Anfang April zum Umplanen. Sie suchten neue, einzelne Wohnungen für die Flüchtlinge. In den ersten geeigneten Objekten sind jetzt die drei Familien untergebracht.

Da es laut Landrat Ulrich weitere Wohnungsangebote in Tröglitz gibt, will er mittelfristig 40 Flüchtlinge dort unterbringen. Wer die fast fertige Flüchtlingsunterkunft angezündet hat, versucht die eigens gegründete Ermittlungsgruppe „Kanister“ zu klären. Auch zwei Monate nach dem Vorfall sind der oder die Täter nicht gefasst.

Anfang März war Tröglitz bereits in die Schlagzeilen geraten, weil der ehrenamtliche parteilose Bürgermeister Markus Nierth zurückgetreten war. Er hatte sich nicht ausreichend vor NPD-geführten Protesten vor seiner Haustür geschützt gesehen. (dpa)


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