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Montagsdemonstration Zeitz: Protest im Zentrum

Montagsdemonstranten

Montagsdemonstranten beim Protest in der Zeitzer Innenstadt.

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T. Gerbank

Zeitz/MZ -

Der Umzug der Zeitzer Montagsdemonstranten vom Schützenplatz in die Innenstadt stößt nicht nur auf Gegenliebe. Dann, wenn lange Reden ins Mikrofon und über Lautsprecher gehalten werden oder Musik abgespielt wird, ziehen einige Innenstadthändler und Verkäufer die Stirn kraus. Es sei laut und nerve schon mal, sagte Montagabend eine Verkäuferin. Und nicht nur das. Es erschwere in manchen Fällen auch die Kommunikation mit den Kunden, bestätigte Michael Klotz, Unternehmer und Vorsitzender des Vereins für Stadtmarketing. Man müsse deutlich lauter sprechen als sonst, hieß es auch in einem anderen Laden.

Schaden für die Innenstadt

Verkäufer Stefan Diener ist schon der Meinung, dass dann, wenn der Montagsprotest beginnt, eher weniger Kunden zu ihm in den Telefonshop kommen. Möglicherweise nicht nur deshalb, weil er Werbeschilder zur Seite räumt, weil sich die Protestierenden vor seinem Laden versammeln. Allerdings gibt es auch Verständnis, nicht nur für den Protest, sondern auch wie er ausgeführt wird: Die Menschen, die sich montags auf der Straße artikulieren, wagen sich wenigstens, den Mund aufzumachen, andere würden sich ducken, meinte eine Kundin. Dass der Protest der Innenstadt schaden könnte, hält Peter Moser für unwahrscheinlich. Er gehört seit Jahren zu den Organisatoren der Montagsdemonstrationen. Die Probleme der Innenstadt, so Moser, gibt es länger als die Demos im Zentrum.

Die Zeitzer Montagsdemonstrationen haben eine lange Tradition. Sie begannen vor zehn Jahren unter dem Motto „Weg mit Hartz IV, das Volk sind wir“. Anfangs zogen beim Montagsprotest bis zu 2 500 Menschen durch die Straßen von Zeitz. Am Montag trafen sich noch 15 Protestierende an der Einmündung Wendische Straße/Judenstraße/Roßmarkt. Über Jahre hatten die Protestaktionen auf dem Schützenplatz stattgefunden, seit März machen die Montagsdemonstranten ihrem Unmut über aus ihrer Sicht soziale Ungerechtigkeiten oder zum Beispiel über die Arbeit von Jobcenter oder Arbeitsagentur in der Innenstadt Luft. Von dem Standortwechsel erhoffe man sich mehr Aufmerksamkeit.

Mehr Aufmerksamkeit im Zentrum

Allerdings sagt Michael Klotz, dass der Protest an anderer Stelle angebrachter wäre: nämlich zum Beispiel vor dem Jobcenter in der Friedensstraße oder vor der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in der von-Harnack-Straße. Dort, so Klotz, würde man richtige Adressaten von Botschaften finden. Zum Beispiel am Jobcenter, so Moser, seien die Demonstranten regelmäßig zu finden, dort würde versucht, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, es werden Unterschriften gesammelt. Aber für die Proteste habe man nun einen Ort gewählt, an dem doch mehr Aufmerksamkeit erregt werde. Denn: „Ein Protest auf dem Mond gegen Verhältnisse auf der Erde habe wenig Sinn“, so Moser.


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