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Hochwasser Burgenlandkreis: Das Wasser steigt, aber langsamer

Uhr | Aktualisiert 03.06.2013 16:56 Uhr
Blick in die Freiligrathstraße in Zeitz. Hier kann im Moment wenig getan werden, Helfer werden in den Notunterkünften benötigt.  (BILD: Torsten Gerbank)
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Im Weißenfelser Gebiet haben Hilfskräfte die Situation im Griff. Die Pegelstände in Zeitz haben den höchsten Stand seit der Messung erreicht. Der Bahnhof in Zeitz ist außer Betrieb, zahlreiche Straßen sind überflutet, Menschen werden in Notunterkünften untergebracht.
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Weißenfels/zeitz/MZ

Den höchsten je aufgezeichneten Hochwasserstand hat die Weiße Elster in Zeitz erreicht. Dort, wo der Landrat den Katastrophenfall ausgerufen hat, in Zeitz, im Droyßiger Zeitzer Forst sowie der Elsteraue , konzentriert sich jetzt die Hilfe von Feuerwehren und anderen Hilfskräften. Auch die Bundeswehr ist jetzt mit drei Fahrzeugen im Einsatz, um Menschen in Sicherheit zu bringen. 700 seien evakuiert worden, informierte gestern der Stab Hochwasserabwehr des Burgenlandkreis, Sporthallen und Schulen werden im Zeitzer Bereich als vorübergehende Unterkünfte eingerichtet. Auch hier versucht die Bundeswehr mit Betten und Decken zu helfen.

Während sich an der Unstrut eine Entspannung andeutet, steigt auch der Saalepegel, zwar seit den Morgenstunden etwas langsamer, aber es wird davon ausgegangen, dass er bis in die Nachtstunden des Montags noch steigt. Die betroffenen Menschen versuchen in ihren Häusern zu bleiben, doch sind heute noch einmal neun evakuiert worden, weil sie nicht versorgt werden können. Es stehen in Weißenfels verschiedene Herbergen zur Verfügung, kranke Menschen werden in Heimen untergebracht.

Gefahren gehen von Elektrokästen aus, die nicht rechtzeitig abgeschaltet werden konnten, darauf macht die Feuerwehr aufmerksam. Man möge sich von solchen im Wasser stehenden Einrichtungen fernhalten. In Weißenfels selbst kam es zu einem größeren Stromausfall, der jedoch bereits am Vormittag wieder behoben werden konnte. Weder Stadtwerke noch die Mitnetz-Strom haben größere Abschaltungen vorgenommen, nur bedrohte Hausanschlüsse vom Netz genommen.

Um 10.30 Uhr war im Burgenlandkreis der Katastrophenfall ausgelöst worden. Das wurde aus der Einsatzzentrale in Zeitz bestätigt. Der Zeitzer Bürgermeister Henrik Otto hatte schon vorher darauf gedrängt, diesen Schritt zu gehen und den Landkreis wegen der Verzögerung kritisiert. Nach einem Gespräch mit Landrat Harri Reiche (parteilos) wurde dann der Katastrophenalarm ausgelöst.

Die Lage in der Stadt Zeitz verschlimmert sich weiter. Immer mehr Wasser wird aus der Freiligrathstraße, der gesamten Unterstadt, Albrechtstraße und Badstubenvorstadt gemeldet.

Der Zeitzer Bahnhof ist derzeit außer Betrieb. „Er wird nicht angefahren“, sagte Bahnsprecherin Änne Kliem. Grund ist das Hochwasser der Weißen Elster, deren Wasser inzwischen über die Baenschstraße in die Bahnhofshalle gelaufen ist. Züge, so Kliem, fahren höchstens noch Stationen vor Zeitz an, zum Beispiel Theißen. Dann kehren sie um.

Was mit den Passagieren wird, die nach Zeitz wollen, konnte Kliem nicht sagen. Die Bahn versuche, einen Busnotverkehr einzurichten. Aber auch das sei bei den derzeitigen Verkehrsverhältnissen schwierig, sagte Kliem.

Auf der B91, Richtung Zeitz, staut sich der Verkehr. Die Stadt ist praktisch nur noch über die Umgehungsstraße zu erreichen. Nur am Abzweig Bergisdorf gelangt man noch nach Zeitz. Die Unterstadt ist überflutet. Die Elsterbrücken sind gesperrt.

Der Pegelstand in Zeitz hat 6,50 Meter erreicht, mehr als jemals seit Beginn der Messung und Aufzeichnung erreicht wurde. Mehr können die Pegel auch nicht anzeigen. Es wird immer wahrscheinlicher, dass bis zum Mittag Katastrophenalarm ausgelöst wird. Nach der MZ vorliegenden Informationen hat der Zeitzer Bürgermeister Henrik Otto den Landkreis kritisiert, weil noch kein Katastrophenalarm gegeben wurde. Aktuell gibt es ein Gespräch zwischen ihm und Landrat Harri Reiche (parteilos).

Die Brücken sind gesperrt, die Stadt ist über die Umgehungsstraße zu erreichen. Wobei man auch hier genügend Zeit einplanen muss und sich auf eine ständig ändernde Situation einstellen sollte. Zahlreiche Straßen in der Unterstadt sind evakuiert, teilweise gibt es seit den frühen Morgenstunden keinen Strom. Die Einwohner wurden in Notunterkünften in Schulen Am Schwanenteich und Schillerstraße sowie in der Turnhalle Zeitz-Ost untergebracht. In diesen Unterkünften finden auch alle, die helfen wollen, ein Betätigungsfeld.

Selbst da, wo im Moment genügend Helfer vor Ort sind, müssen diese irgendwann abgelöst werden. Die Einsatzleitung der Stadt Zeitz mit Bürgermeister Henrik Otto befindet sich in der Feuerwache im Steinsgraben. Dort kann man sich auch melden, wenn man irgendwo mit zupacken will. Nummer für die Helferkoordination: 0176/51862572

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