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Burgenlandkreis: Couragiert gegen Rassismus

Uhr | Aktualisiert 12.09.2010 21:34 Uhr
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Tanzgruppe der Sekundarschule Droyßig

Die Tanzgruppe der Sekundarschule Droyßig zeigt bei der Titelverleihung einen Tanz, der in der Projektwoche einstudiert wurde. (FOTO: H. KRIMMER)

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Die Sekundarschule Droyßig darf sich "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" nennen. Sie ist europaweit die 794. Schule, die diesen Titel erhielt.
DROYSSIG/MZ. 

Die feierliche Verleihung erfolgte am Sonnabend im Rahmen der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Bildungseinrichtung. Der Titel ist zugleich Verpflichtung. Schüler, Lehrer und Mitarbeiter wenden sich damit bewusst gegen Gewalt, Mobbing, Rassismus und Diskriminierung.

Mit diesen Erscheinungen werden die Kinder und Jugendlichen oftmals im Alltag konfrontiert. Und das nicht erst seit gestern, wie Schulleiter Ingo Gebhardt erklärte. Schon vor zehn Jahren wurden an der Schule Projekte dazu ins Leben gerufen. Angefangen von Antigewaltprojekten, die mit dem Kampfsportverein "Jodan Kamae" durchgeführt wurden bis hin zum jährlichen Aktionstag gegen Rechts. Diese und noch mehr Aktivitäten mündeten 2009 in dem Entschluss, sich für den Titel "Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage" zu bewerben. Erste Überlegungen zum Projekt brachte Schulsozialarbeiterin Michaela Hansel ein. In den einzelnen Klassen wurden Teams gebildet, die sich für das Projekt stark machten. "Bei uns gibt es keine Gewalt. Wir sind gegen alle Formen des Rassismus und Rechtsextremismus" lautete das Thema einer ganzen Projektwoche, die Anfang November vergangenen Jahres über die Bühne ging. Was die Schüler dort alles auf die Beine stellten, erfuhren die Besucher der Festveranstaltung über eine Power Point Präsentation. Verschiedene Projekte stellten die Jugendlichen auf der Bühne im Festzelt noch einmal vor. Der Kampf um den Titel "Schule gegen Rassismus, Schule mit Courage" schloss auch die Suche nach einem prominenten Paten ein. Andreas Mann will das Projekt unterstützen. Eine Rede wollte der mdr-Moderator nicht halten. Stattdessen überraschte er mit einer Geschichte. Eine, die unter die Haut ging und die nachdenklich stimmte. Mann sprach über die zufällige Begegnung mit einer älteren Dame. Die 90-Jährige hatte die meiste Zeit ihres Lebens im Konzentrationslager zugebracht. Nachdem sie dort heraus kam, musste sie erfahren, dass ihre beiden Töchter im Alter von 10 und 13 Jahren nicht überlebt hatten. Andreas Mann wollte wissen, wie das alles begann. Mit einem Witz, lautete die Antwort. "Zunächst wurden über uns Witze gemacht und es hat keiner was gemacht. Danach hat man zugeschlagen und uns umgebracht." Niemand hat etwas gemacht. Dieser Satz hat sich bei Andreas Mann so eingeprägt, dass er sich sofort als Pate zur Verfügung stellte. Überzeugt vom Projekt und von den Schülern, die das Projekt leben, in dem sie hingucken, zuhören, Fragen stellen und miteinander reden.

Zu den vielen Besuchern, die am Sonnabend den Weg zur Sekundarschule Droyßig fanden, zählten Carsten Gelewski und Nicole Hädrich aus Roda. Die Eltern von Fünftklässler Michél begrüßten die Aktion mit Courage gegen Rassismus. "Leider gibt es heutzutage viel zu viel Leute, die einer falschen Gesinnung hinterherrennen. Je eher die Kinder mitbekommen, dass das nicht die richtige Richtung ist, umso besser."

"Ihr habt ganz, ganz viel für diesen Titel getan", lobte Cornelia Habisch von der Landeszentrale für politische Bildung das Engagement aller am Projekt Beteiligten. Die Koordinatorin kam nicht mit leeren Händen. Sie hatte eine Urkunde im Gepäck und wollte eigentlich auch noch ein Schild mit der Aufschrift "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" überreichen. Doch das hatte irrtümlicherweise einen falschen Weg genommen, so dass erst einmal ein Provisorium aus Folie herhalten musste.

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