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Burgenlandkreis: Bürger sind gegen Zuschütten der Grabung

Uhr | Aktualisiert 07.11.2012 21:37 Uhr
Dieser Fund in der Nord-West-Ecke des Altmarktes stieß alle Erkenntnisse zum Zustand des mittelalterlichen Marktes um. (FOTO: MZ) 
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Der Grabungsbereich am Altmarkt soll offen bleiben - ein Stück sichtbare Stadtgeschichte. Dafür wollen die Bürger sogar Geld sammeln.
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Zeitz/MZ. 

Es ist eine reine Geldfrage, dass die Ausgrabungen an der Nord-West-Ecke am Altmarkt in Zeitz nicht wie geplant offen und sichtbar bleiben. Ursprünglich war geplant, das einige Quadratmeter große Areal sichtbar zu erhalten. Als Blick in die Zeitzer Stadtgeschichte und in direkter Verbindung zum Unterirdischen Zeitz, dessen Eingang sich genau gegenüber befindet. "Es ist eine rein finanzielle Entscheidung", bestätigt der Zeitzer Denkmalschützer Rudolf Kirmse. Genau das hat auch Oberbürgermeister Volkmar Kunze (FDP) erklärt (die MZ berichtete am Samstag). In der Zeitzer Bevölkerung erhob sich daraufhin Protest: Der Grabungsbereich muss offen bleiben.

Unterschriften sollen gesammelt werden, Stadträte wurden bereits angesprochen, um die politische Debatte anzuschieben. Nicht nur in der Facebook-Gruppe "Unser Zeitz" wurde angeregt, Spenden zu sammeln, um so das Argument der zu hohen Kosten zu entkräften. Würde man die freigelegte Grube mit Glas abdecken, was als eine Variante angedacht war, so ergäbe das einen "ungeheuren Aufwand", wie es Kunze nennt. "Dann gab es noch die Variante, es offen zu gestalten, mit einigen Stufen, so dass es begehbar ist", so Kunze, "das würde 120 000 Euro kosten." Geld, das dafür in den Gesamtkosten des Umbaus von etwa 2,4 Millionen Euro nicht vorgesehen ist. Außerdem befürchtet er, dass man damit den größten Papierkorb von Zeitz schaffen würde. Vielen Zeitzern ist aber die Bedeutung der Grabung wichtiger: Damit wurde ein guter Teil der schriftlichen Geschichtsschreibung über den Haufen geworfen. Und außerdem sehen sie es als Chance, Zeitz mehr in Richtung Tourismus zu profilieren.

"Da wird ein Stück Zeitzer Geschichte zugeschüttet und durch Tafeln ersetzt", drückte ein Mitglied der Zeitz-Gruppe das aus, was viele empfanden. Daraus entwickelte sich eine breite Diskussion mit konkreten Vorschlägen. Ein Baufachmann aus Halle beschrieb, dass es durchaus kostengünstigere Varianten gebe. Auch die Sorge der Stadt, dass eine abdeckende Glasplatte einen zerstörerischen Mikrokosmos schaffe und zudem beschlage, teilte er nicht. Es gebe längst auch entsprechende Platten mit geschickt eingebauten Belüftungen. Sie würden auch in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen schon verwendet.

Ein Argument, das ebenfalls gegen eine offene Ausgrabungsstätte spricht, ist aus Sicht des Oberbürgermeisters, was man damit eigentlich darstellen könne, denn gesicherte Kenntnisse zum Altmarkt gebe es zu wenig. Deshalb soll ein Informationsrelief in ansprechender Größe, in 3 D und künstlerisch gestaltet informativer und leichter zu handhaben sei. Ein Relief, das den Markt zeigt, wie er vermutlich vor dem großen Brand im 15. Jahrhundert aussah. Die Grabungen sollten auf dieser Tafel natürlich mit Schnitten dargestellt werden, aber auch zum Beispiel der See unter der Eisdiele Härleins.

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