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Tourismus: Zweistelliges Wachstum

Gäste sind immer da: Gerald Gaßmann lässt sich von Erhard Grodnick Wittenberg zeigen - und fotografiert dabei den Luther.

Gäste sind immer da: Gerald Gaßmann lässt sich von Erhard Grodnick Wittenberg zeigen - und fotografiert dabei den Luther.

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Alexander Baumbach

Wittenberg -

Zufriedene Gesichter in Wittenbergs Tourist-Information. Die Zahlen stimmen, die Bilanz 2015 fällt höchst erfreulich aus (anderes wäre angesichts des näher rückenden Jubeljahres freilich auch nicht schön). Die Zahlen weisen - wiederum - zweistelliges Wachstum auf, hieß es gestern bei einem Pressegespräch.

Nach den Worten von Kristin Ruske, Leiterin der von der GLC Glücksburg Consulting AG im Auftrag der Stadt betriebenen Tourist-Information, stiegen die vermittelten Buchungen im vergangenen Jahr um satte 23 Prozent, die vermittelten Übernachtungen sogar um 30 Prozent. Insgesamt sind laut Ruske 20225 Übernachtungen im Jahr 2015 vermittelt worden, sie spricht von knapp 5000 Buchungen: Das sei die „höchste Vermittlungsrate, die je in der Lutherstadt Wittenberg erzielt wurde“, freut sich die Touristikerin. Weitere Steigerungen sind in Sicht.

Goldener Oktober

Für das stattliche Plus hat insbesondere die Landesausstellung zu Lucas Cranach dem Jüngeren gesorgt, die offenkundig erhebliche Anziehungskraft entfaltete. Als besonders erfolgreich erwies sich nach den Statistiken von Glücksburg im Übrigen der Monat Oktober - mit einer sagenhaften Steigerung von 89 Prozent bei den Buchungen und 155 Prozent bei den Übernachtungen (im Vergleich zum Vorjahr). Kein Wunder, dass sich Kristin Ruske gewünscht hätte, die Ausstellung wäre verlängert worden. Im November und Dezember sind die Übernachtungen jedenfalls deutlich zurückgegangen, aber das ist jedes Jahr so. Bestätigt werden die Zahlen der Tourist-Information von jenen des Statistischen Landesamtes, hieß es gestern. Danach sind in Wittenberg bei Unterkünften mit mehr als zehn Betten von Januar bis Oktober 2015 rund zwölf Prozent mehr Übernachtungen registriert worden - nämlich genau 184789 bei 104142 gemeldeten Gästen.

Den Dezember dazu genommen dürfte die Schwelle von 190 000 Übernachtungen überschritten sein. Wobei, wie erwähnt, die der kleineren Anbieter nicht gezählt worden sind. Dass die Vermittlungsquote der Tourist-Information damit bei über zehn Prozent liegt, ist überdurchschnittlich, zeigt sich Edith Brasche, Vorstand bei der Glückburg AG, außerordentlich zufrieden. Sie spricht überdies davon, dass der „Tourismus als Wirtschaftsfaktor extrem stark geworden ist“ in Wittenberg.

Bei allem Jubel, was in etwa gleich blieb, ist die Aufenthaltsdauer, sie bewegt sich bei rund 1,8 Tagen pro Gast. Laut Brasche ist das ziemlich normal für ein städtisches Umfeld. Allein Berge und Meer kommen auf vier bis fünf Tage. Die Tourist-Information will sich denn auch nicht unbedingt darauf konzentrieren, die Aufenthaltsdauer zu steigern: „Uns geht es mehr um die Anzahl der Übernachtungen“, so die Hamburgerin.

Die mit Abstand meisten Gäste, die Wittenberg besuchen, kommen laut Statistik im Übrigen aus Deutschland (85 Prozent), es folgen: Bürger aus den USA, Niederländer, Österreicher, Schweizer, Schweden, Dänen.

Einstellungen geplant

Dass bei steigenden Übernachtungen auch die Zahl der Stadtführungen wächst, ist folgerichtig. Das Plus für 2015 bewegt sich bei stolzen 13 Prozent, was rund 2 800 geführten Gruppen entspricht. Von einer weiteren Steigerung ist auszugehen. Derzeit beschäftigt die Tourist-Information nach Angaben von Kristin Ruske 48 aktive Stadtführer. Im Blick auf 2017 wird die Zahl deutlich erhöht. Eine gegenwärtig laufende Ausbildung soll weitere 25 Stadtführer bringen, die auch das Sprachangebot erweitern.

Das sind selbstredend nicht die einzigen Vorbereitungen, die für das Reformationsjubiläum getroffen werden. Zum Saisonstart soll ein weiterer Verkaufsraum in der Information in der Schlossstraße eröffnet werden - bitter nötig bei zwischen 700 und 1 000 Gästen pro Tag in der Hochsaison. Ab März wird das Team erweitert, von zwölf auf 13 Mitarbeiter. Dass das 2017 nicht reichen wird, ist absehbar. Deshalb werden weitere vier Stellen geschaffen. Edith Brasche: „Wir sind bereits auf der Suche nach Personal. Wittenberg wird dann größter Standort der Glücksburg AG sein.“ (mz)


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