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Simonetti-Haus in Coswig: Ran an die Fassade

Das Simonetti-Haus in Coswig wird seit einigen Jahren schrittweise saniert. Noch verputzt werden muss am Vorderhaus die Fassade.

Das Simonetti-Haus in Coswig wird seit einigen Jahren schrittweise saniert. Noch verputzt werden muss am Vorderhaus die Fassade.

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thomas klitzsch

Coswig -

2013 hat der Simonetti-Haus-Verein Coswig einen Denkmalpreis des Landes Sachsen-Anhalt erhalten. Es gab den mit 7 500 Euro dotierten Gruppenpreis. Gewürdigt werden mit dem Preis Leistungen zur Rettung und Erhaltung u. a. von Bau- und Kunstdenkmalen.

Das Engagement der Coswiger für das Simonetti-Haus und die - inzwischen auch sichtbaren - Erfolge erfüllten diese Erwartungen. Und es ringt bis heute Respekt ab, denkt man nur an die jahrelange aufwendige Restaurierung der historischen Stuckdecken, die dem Schweizer Baumeister Giovanni Simonetti (1652 bis 1716) zugeordnet werden. Ihnen verdankt das Haus an der Zerbster Straße letztlich seine Bekanntheit. Vollendet war die Restaurierung Ende 2015: Im Andromeda-Saal konnten Besucher Platz nehmen und die Schönheit der Kunstwerke bewundern.

Hoffen auf Fördermittel

Alles andere als schön präsentiert sich die Außenfassade des Gebäudes. Nach Auskunft von Claudia Herrmann, seit einigen Jahren Vorsitzende des Simonetti-Vereins, soll sich das 2016 ändern. Es müsste sich ändern, um das Fachwerk, das seit Jahren der Witterung ausgesetzt ist, zu schützen. Entscheidende Voraussetzung für die Fassadenputzarbeiten ist freilich, dass der Verein die notwendigen Fördermittel bekommt. Wie der Bauvorstand im Verein, Volker Riedel, der ein Büro für Architektur und Denkmalpflege hat, auf Nachfrage der MZ erklärt, werden noch 450 000 Euro für das Vorderhaus benötigt. Es seien insofern weitere Fördermittel „als Paket“ beantragt worden - beim Land, das die Sanierung des Denkmals von Anbeginn gefördert habe. Paket bedeute auch, dass Innenausbau und Fassade zusammengedacht werden. Riedel geht davon aus, dass sich unter anderem die Stiftung Denkmalschutz erneut beteiligt. Gleichwohl macht er keinen Hehl aus einer gewissen Enttäuschung - eine Rückmeldung vom Land scheint es bis dato nicht zu geben, weshalb Riedel befürchtet, dass die Fassade womöglich erst 2017 verputzt werden kann. Denn selbst wenn die Zuwendungen im Verlauf dieses Jahres bewilligt werden sollten, könnte es dann für Außenarbeiten schon wieder zu spät sein. Am Ende des Tages werden in die Wiederherstellung des Simonetti-Hauses Riedel zufolge einmal gut 1,3 Millionen Euro geflossen sein. Darin enthalten sei auch das Geld für den Ankauf des Grundstücks, der die Voraussetzung war, um mit der Sanierung des Baudenkmals überhaupt beginnen zu können. Das war 2007, seither „haben wir zwei Drittel des Bauvolumens geschafft“, so Riedel. Und in den Stuckräumen konnten inzwischen auch Wandputz aufgebracht und Installationsarbeiten ausgeführt werden. Richtig „nutzbar“ sei das Vorderhaus aber erst, wenn - ein Beispiel - die erforderlichen Fluchtwege hergestellt sind. Betriebskosten fallen freilich jetzt schon an, die aufzubringen, den Verein einige Mühe kostet.

Das nächste Mal besucht werden kann das Haus am 23. April, dann startet der Simonetti-Verein in die neue Veranstaltungssaison und lädt zum Auftakt zu einem Tag der offenen Tür. Von 10 bis 17 Uhr werden Führungen angeboten, bei denen es natürlich auch in die Stuckräume geht. Um 16 Uhr beginnt ein Frühlingskonzert der Coswiger Musikschule „Heinrich Berger“. Fortgesetzt wird der Tag der offenen Tür samt geführten Rundgängen am 24. April ab 10 Uhr. Ebenfalls im April folgt die erste „Katzenmusik“ dieses Jahres. Gestaltet wird sie am Abend des 29. von der Uni-Big-Band Halle, die seit über 20 Jahren mit unterschiedlichen Interpreten eine feste Größe in der mitteldeutschen Musiklandschaft ist. Darüber hinaus wurde der Klangkörper unter der Leitung von Hartmut Reszel auch schon bei internationalen Festivals gefeiert.

Die als Benefizreihe angelegten „Katzenmusiken“ im historischen Saal des Simonetti-Hauses müssen seit Oktober 2014 ohne ihr Maskottchen, Kater Felix Baron von Simonetti, auskommen. Damals hatte man sich beim Verein entschlossen, den Kater von einem längeren Leiden zu erlösen und ihn einschläfern lassen. Unverändert zu haben ist nach Auskunft von Vereinschefin Herrmann aber die „Maus-Card“, die Besuchern der Reihe Ermäßigungen beschert.

Unterstützer willkommen

Der Veranstaltungsplan für 2016, den Herrmann dieser Tage präsentiert hat, ist im Prinzip bis Dezember durchkomponiert. Dass es gleichwohl noch zu Änderungen kommen könne, ist freilich nie auszuschließen. Über die Angebote sagt Herrmann: „Sie sollen ein breites Publikum ansprechen.“ Dabei verschweigt sie nicht, dass es alles andere als einfach ist, als Kulturveranstalter (noch dazu im Ehrenamt) tätig zu werden. Zwar „kommen uns viele Künstler entgegen, um das Haus zu unterstützen“, so Herrmann. Die Festgagen, die zu zahlen man sich aber nun entschlossen hat, müssen trotzdem erst einmal aufgebracht werden. Auch insoweit seien immer wieder aufs Neue zusätzliche Unterstützer willkommen, die etwa bereit wären, eine Veranstaltung zu fördern. (mz)


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