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Einsatz in Wittenberg: Rechte werden von Polizei aus Rathaussaal begleitet

Eine Gruppe von fünf Personen, die der örtlichen rechten Szene zugerechnet werden, erhielt einen Platzverweis.

Eine Gruppe von fünf Personen, die der örtlichen rechten Szene zugerechnet werden, erhielt einen Platzverweis.

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Baumbach

Wittenberg -

Bei der Diskussionsveranstaltung "Ich bin kein Rassist, aber", die sich mit den Themen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus auseinandersetzt, kam es am Dienstagabend im Wittenberger Alten Rathaus zu einem Polizeieinsatz. Fünf Angehörige der Wittenberger rechten Szene waren zu der Veranstaltung gekommen und wurden nach Informationen der Polizei vom Veranstalter zum Verlassen der Veranstaltung aufgefordert. Daraufhin rückten Einsatzkräfte an und begleiteten die Fünfergruppe vor die Tür des Alten Rathauses am Wittenberger Marktplatz, den sie alsbald verließen.

"Jan Burghardt vom Projekt Gegenpart, der eingeladen war, über Rechtsextreme im Landkreis Wittenberg zu berichten, hatte vorher gesagt, dass er nicht in Gegenwart Rechtsextremer über diese berichten wird. Wir haben deshalb die übliche Ausschlussklausel mit Hinweis auf das Hausrecht genutzt. Als Veranstalter haben wir sie als bekannte Rechtsextreme dreimal aufgefordert den Saal zu verlassen und anschließend die Polizei zu Hilfe gerufen", erklärt Tobias Thiel von der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt.

"Es handelt sich bei der Diskussion um eine geschlossene Veranstaltung, zu der die Herren nicht eingeladen waren. Sie wurden des Platzes verwiesen. Es ging friedlich ab, sie kamen der Aufforderung ohne große Diskussion noach. Damit liegt auch kein Hausfriedensbruch vor", erklärt Ralf Moritz, Pressesprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost in Dessau-Roßlau auf Nachfrage der Mitteldeutschen Zeitung am Dienstagabend.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatten das Bündnis "Wittenberg weltoffen" und die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt. Zu „Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Sachsen-Anhalt“ spricht der Forschungsdirektor des Zentrums für Sozialforschung Halle an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Professor Everhard Holtmann. Zu „Aktivitäten und Kampagnenfähigkeit der extremen Rechten im Landkreis Wittenberg“ referiert Jan Burghardt vom Projekt Gegenpart.

Das Thema „Rechtspopulismus und AfD“ behandelt Stefan Thierse vom Institut für Politikwissenschaft, Universität Duisburg-Essen. Alle Referenten und Wadim Laitner von der Synagogengemeinde Magdeburg beteiligen sich an der Podiumsdiskussion, deren Beginn für 20 Uhr vorgesehen ist. (mz)


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