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Direktkandidaten im Wahlkreis 25: Siegfried Borgwardt tritt für die CDU an

Siegfried Borgwardt (CDU) in seinem Gräfenhainichener Büro

Siegfried Borgwardt (CDU) in seinem Gräfenhainichener Büro

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Thomas Klitzsch

Gräfenhainichen -

Siegfried Borgwardt (CDU) sitzt in seinem Büro in Gräfenhainichen und liest Zeitung. Seine eigene. Er ist nicht nur Autor, sondern auch Korrektor, setzt die fehlenden Kommata. Alles soll perfekt sein. „Andere begnügen sich mit einem Flyer“, sagt der Politiker, der nicht nur im Wahlkampf mehr bieten will als all die anderen. Sein Wahlkreis ist - von der Fläche her - der zweitgrößte im Land. Deshalb betreibe er zwei Büros.

So bietet der 58-Jährige auch in Jessen Sprechstunden an. „Das Angebot wird von Hausfrauen, die Ärger mit den Mietern haben, genauso genutzt wie von Geschäftsführern, die Unterstützung benötigen“, so Borgwardt, der als einziger in seinem Wahlkreis diese Form der Bürgernähe kontinuierlich anbietet. „Von mir erhält jeder eine Antwort, aber ich sage auch deutlich, wenn etwas nicht geht“, so der Reudener, für den es selbstverständlich ist, dass er - falls ein Problem nicht sofort lösbar ist - einen Zwischenbescheid erteilt. Er sei eben kein Sprücheklopfer. „Da wird man an der Basis schnell entlarvt“, meint der Experte, dem es wichtig ist, dass die „Einwohner und ihre Probleme“ ernst genommen werden. Und da reiche es eben nicht - und das ist so ein Seitenhieb auf die Konkurrenz - „nur zur Übergabe einer Deichsanierung hin zu rammeln“. Borgwardt betont, „Schickimicki“-Denken - also dem Mainstream zu folgen - sei nicht sein Ding. Vielleicht sind auch deshalb seine Reden nie langweilig. Sie enthalten Pointen und streitbare Sätze.

„Ich bin Büttenredner und erzähle auch gern Witze“, erklärt er. Trotzdem applaudiert nicht jeder Zuhörer bei Sätzen wie: „Früher hatten wir Arbeitslose hinter den Werktoren, heute davor.“ Borgwardts Botschaft ist deutlich: Er halte nichts von Ostalgie. Aber es ist auch ein Stück Lebenserfahrung. „Aus meiner Zeit in Leuna“, sagt er und hält ein Balsam für die ostdeutsche Seele parat: „Wir können auf das Geschaffene nach der Wende stolz sein. Mehr als jene, die weiter westlich geboren sind.“ Trotz dieser Zitate gehört für den Politiker vor allem Diplomatie zum Tagesgeschäft. Er ist Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Landtag und damit Manager, Stabschef und Personalverantwortlicher. Die Arbeit werde oft hinter den Kulissen in Magdeburg geleistet. Aber als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Recht, Verfassung und Gleichstellung steht er auch im Mittelpunkt des Interesses. Borgwardt bewertet die Justizreform als erfolgreich: „Fakt ist, es gibt weniger Häftlinge. Darauf mussten wir reagieren.“ Doch nicht alles hat funktioniert. Ein Stichwort sind da die elektronischen Fußfesseln. „Wir haben diese teuren Geräte anschaffen müssen. Leider müssen wir feststellen, dass diese kaum zur Anwendung kommen“, so Borgwardt.

Auch die Bilanz der Arbeit in seiner Heimatregion fällt positiv aus: die Deichsanierungen, die Turnhalle in Bad Schmiedeberg und die Mehrzweckhalle in Jessen sowie das Vorantreiben der Ortsdurchfahrt Eutzsch sind auch mit seinem Namen verbunden. Und als Verwaltungsratsmitglied der Sparkasse hat er die Stiftung des Geldinstituts maßgeblich initiiert, die die Vereine unterstützt. (mz)


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