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Ausstellung in Coswiger Herzklinik: Kater Moses und die Muse

Hermann Naumanns Werk umfasst u. a. Malerei und Plastik.

Hermann Naumanns Werk umfasst u. a. Malerei und Plastik.

Foto:

Klitzsch

coswig/MZ -

„Es ist eine frohe, offene Ausstellung“, findet Wolfgang- Michael Handrack. Und in der Tat stimmen die mit kräftigem Pinselstrich in leuchtenden Aquarellfarben skizzierten Blumen und Landschaften, die Menschen und Tiere, die seit Mittwochnachmittag das Foyer der Coswiger Herzklinik schmücken, ausgesprochen fröhlich. Sie regen die Sinne an und geben einem Künstler Raum, dem Sinnlichkeit einen form- und farbstarken Ausdruck zu geben ein Anliegen ist.

Vielseitiger Künstler

Die neueste Exposition der Klinik mit Werken von Hermann Naumann zeigt indes nicht allein einen expressionistischen Maler, sondern einen vielseitigen Künstler, der sich verschiedenster Techniken bedient. Der 1930 in Radebeul geborene begann seine künstlerische Laufbahn nach Ausbildungen als Steinmetz und Bildhauer. Zwei Werke direkt am Eingang der Herzklinik legen davon Zeugnis ab: Links begrüßt den Besucher eine Buddha-Statue, rechts die Plastik eines Engels. Die Boten zweier Weltreligionen schienen Handrack als durchaus passende Einstimmung auf das „unendliche Werk“ eines Mannes, den man immer wieder neu erleben könnte. Plastiken und Holzschnitte, Lithographien, Ölbilder und Aquarelle sind in der Ausstellung versammelt.

Bei aller Vielseitigkeit in der Wahl der Techniken offenbaren sich bei genauerem Hinsehen indes auch Konstanten. Bei der Motivwahl offenbart Naumann eine Vorliebe für zwei Lebewesen, denen er innig verbunden ist. Der eine - Kater Moses - räkelt sich mal majestätisch auf einem farbenfrohen Aquarell, mal präsentiert sich das domestizierte Raubtier mit rätselhaftem Blick in Schwarz-weiß. Die andere, Helga (Ehefrau, Modell und Muse zugleich), zeigt Naumann mal mit Hut und mal mit nackter Haut. Handrack hat sie beide kennengelernt bei einem Besuch im Haus und Atelier des Künstlers, der seit 1994 auf dem „Hofmannschen Gut“ in Dittelsbach bei Dresden lebt und arbeitet. Die Katze sei die Herrscherin des Hauses, die Ehefrau eine abgöttisch geliebte, die Naumann in jeglicher Situation versucht habe zu verewigen. Ein Besuch dort lohne sich auf jeden Fall findet der Arzt und Kunstsammler – „und mit einer Flasche Rotwein ist man dort immer willkommen“.

Roman bebildet

Was Handrack fasziniert, ist also offensichtlich nicht allein das Werk, sondern auch der Mann selbst. Der sei mit seinen 84 Jahren, „sowas von agil, da fällt man tot um“, gibt er launig zu Protokoll. Er wisse viel, vertrage viel und sei unglaublich belesen. Wie zum Beweis hat er eine Reihe von großformatigen Aquarellen auf der Empore des Foyers zusammengestellt. Sie erzählen die Geschichte einer Malerin – und haben ein literarisches Vorbild. „Frau Paula Trousseau. Ein Bildungsroman“, heißt der Roman von Christoph Hein, den Naumann hier farbenfroh und sinnlich illustriert. „Eine Weltpremiere“, freut sich Handrack.

Auf die Anwesenheit des Hochgelobten mussten die Besucher der Vernissage verzichten. Er sei ein bodenständiger Künstler und bewege sich kaum von seinem Atelier fort, informiert der Arzt. So müssen und dürfen den die Arbeiten Naumanns für sich sprechen.

Zu sehen ist die Ausstellung mit Werken von Hermann Naumann im Herzzentrum Coswig ist bis 15. September.


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