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Wittenberg: Vögel bekommen Schutz vor Stromschlägen

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 18:50 Uhr
Storch in Buro. (ARCHIVFOTO: KUHN) 
Mitnetz Strom sorgt im Kreis Wittenberg für mehr Sicherheit von Adebar & Co. Der enviaM-Netzbetreiber rüstet sein Mittelspannungsnetz flächendeckend mit Sicherheitstechnik für Großvögel aus.
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Wittenberg/MZ. 

Mitnetz Strom sorgt im Kreis Wittenberg für mehr Sicherheit von Adebar & Co.. Der enviaM-Netzbetreiber rüstet sein Mittelspannungsnetz flächendeckend mit Sicherheitstechnik für Großvögel aus. Das Unternehmen setzt damit die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes um und investiert in der Region insgesamt rund eine Millionen Euro. Alle Maßnahmen werden nach Unternehmensangaben fristgerecht bis zum Ende des laufenden Jahres abgeschlossen sein.

"Wenn sich große Vögel auf einem Strommast niederlassen, laufen sie an Mittelspannungsfreileitungen Gefahr, mit ihren Flügeln eine Verbindung zwischen den Leiterseilen herzustellen und einen Stromschlag zu erleiden. Das betrifft zum Beispiel Störche und Milane, deren Flügel eine hohe Spannbreite aufweisen", erklärt Adolf Schweer, technischer Geschäftsführer der Mitnetz Strom.

In deren Netzgebiet Kreis Wittenberg seien deshalb seit 2008 insgesamt rund 2 500 Masten mit schützender Technik ausgerüstet worden. In den meisten Fällen wurden die Stromleitungen in der Nähe des Mastes mit einer isolierenden Kunststoffhaube abgedeckt, so dass sich die Vögel gefahrlos auf dem Mast niederlassen können. Die gleiche Technik wurde bei rund 50 Turmstationen eingesetzt, in denen die Mittelspannungsfreileitungen enden. Eine weitere Maßnahme zum Vogelschutz ist die Verkabelung von Mittelspannungsfreileitungen. Seit 2008 hat Mitnetz Strom zirka 90 Kilometer Freileitung unter die Erde gebracht, wodurch rund 800 Masten entfielen.

Im gesamten enviaM-Netzgebiet, das sich über Teile von Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erstreckt, wurden in den vergangenen fünf Jahren knapp 49 000 Masten und rund 1 400 Turmstationen umgerüstet sowie mehr als 1 800 Kilometer Mittelspannungsfreileitung verkabelt. Mitnetz Strom investierte dafür rund 20,6 Millionen Euro.

"Bei allen Maßnahmen arbeiten wir mit Naturschutzverbänden und Umweltbehörden Hand in Hand", sagt Schweer. Das gelte nicht nur für besondere Vogelschutzmaßnahmen sondern auch für den regulären Netzausbau.

Darüber hinaus setze sich Mitnetz Strom aktiv für den Vogelschutz ein. So errichte das Unternehmen zum Beispiel Brut- und Nisthilfen für Falken, Fischadler und Störche.

Weiterhin unterstütze der enviaM-Netzbetreiber die Naturschutzverbände bei der Beringung von Fischadlern und Störchen. Zudem würden Turmstationen, die außer Betrieb sind, für einen symbolischen Betrag an Naturschutzorganisationen verkauft und die Einrichtung von "Vogelhotels", beispielsweise für Eulen, Fledermäuse, Mauersegler oder Mehlschwalben ermöglicht.

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