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Wittenberg: Kunden des Arsenal-Centers stört Tür-Automatik

Uhr | Aktualisiert 22.11.2012 20:47 Uhr
Die halbautomatischen Türen im Eingangsbereich des "Arsenals". (FOTO: KUHN) 
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Gut einen Monat nach der Eröffnung des "Arsenals" am 18. Oktober ärgern sich die Kunden über merkwürdige Türautomatiken. Das Center-Management stellt Besserung in Aussicht
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wittenberg/MZ. 

"Das ist ja wie in Berlin", sagt ein junger Mann angesichts der funkelnden Geschäfte begeistert und tritt durch die offene Tür ins "Arsenal". Ein, zwei Sekunden später - und sein Urteil wäre womöglich anders ausgefallen. An wenigen Eingängen in Wittenberg (und natürlich Berlin) dürfte derzeit soviel herumgezerrt und gerüttelt werden wie an den edlen Türen des neuen Einkaufszentrums. Eine eigensinnige Halbautomatik lässt einen herumstehen wie den sprichwörtlichen Ochs vorm Berg: Erst passiert nichts, nach einigen Handgriffen öffnet sich die Tür dann von selbst weiter und bleibt auch eine Weile offen... "Ziehen"- oder "Drücken"-Schilder gibt es keine, wenn man Glück hat, findet man allerdings einen gerade geöffneten Eingang.

Gut einen Monat nach der Eröffnung des "Arsenals" am 18. Oktober sind die merkwürdigen Türen Stadtgespräch. "Ich hab' geflucht", berichtet eine Rollstuhlfahrerin, die die eine Tür erst nicht eigenhändig aufbekommen hat und dann offenkundig "zu langsam" war, um es noch durch den geöffneten Ausgang zu schaffen. Regelrecht eingeklemmt würde sie hin und wieder, berichtet amüsiert eine junge Fußgängerin. Rentnergrüppchen kichern vor der Tür: Klappt es oder klappt es nicht? "Dieser Einkaufstempel ist für Menschen mit Handicap gänzlich ungeeignet", schreibt schließlich Helga Paasche auf der Internet-Plattform "MZ-BürgerReporter" und schlägt vor: "Ein Rollstuhl für den Herrn Marktleiter zum Selbstversuch."

Der Herr Marktleiter, Center-Manager Jörg Witzmann, versteht die Aufregung nicht. "So schwer ist das gar nicht", sagt Witzmann, "Sie ziehen die Tür leicht an" und, voilà, versieht die Halbautomatik ihren Dienst. Ein Selbstversuch am Eingang Scharrenstraße zeigt, dass das tatsächlich sehr schön klappen kann - wenn man's weiß. Egal. "Wir bedauern, dass manche Nutzer nicht mit modernen Türen klarkommen", sagt Witzmann sehr diplomatisch, ein bisschen pikiert - und kündigt Besserung an.

Ganz oder gar nicht, heißen die Alternativen, die derzeit noch "diskutiert" würden, also Türen komplett ohne Automatik oder solche mit Sensor. Gegebenenfalls auch in Verbindung mit einem so genannten E-Taster, ein Knöpfchen in Rollstuhlfahrer-Armhöhe, wie ihn Vertreter des Behindertenverbandes fordern.

Dort befasst sich eine Selbsthilfegruppe speziell mit dem Thema "Bauen und Verkehr" in der Stadt. "Man hat uns im Vorfeld nicht richtig einbezogen", moniert deren Leiterin Elisabeth Kaiser und plädiert für E-Taster. Allerdings: "Wir sind übereingekommen, dass es nicht nur die Türen sind", sagte Kaiser nach einem Treffen der Gruppe am Montag. Und vielleicht seien es ja nicht einmal die Türen; deren Funktionieren (oder eben nicht) sei nämlich "komischerweise eine Streitfrage" unter den Mitgliedern. Für den Januar kündigte Elisabeth Kaiser jedenfalls eine Visite ihrer Gruppe im "Arsenal" an.

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