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Wittenberg: Hirtenfeuer abseits des Weihnachtstrubels

Uhr | Aktualisiert 26.12.2012 19:24 Uhr
Der Weihnachtsabend mit Gesang und Andacht am Feuer. (FOTO: ACHIM KUHN) 
Der Trubel des Einkaufens, Essenkochens und der Bescherung war längst vorüber, als das Hirtenfeuer entzündet wurde. Gesang und Andacht erwartete die Menschen am Johannes-Runge-Weg, auf dem Gelände des Reitplatzes, ein gutes Stück weit entfernt von den Lichtern der Lutherstadt.
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WITTENBERG/MZ/KBL. 

Heiligabend unter freiem Himmel sein, sich auf sich selbst und den Ursprung des Festes namens Weihnachten besinnen, das hat Tradition. Bereits zum zwölften Mal hatte die Stadtkirchengemeinde eingeladen, und etwa hundert Menschen waren mit Kerzen, Laternen und Lampen hinaus ins Freie gezogen. Sie suchten Stille, Besinnung, manche nach Schicksalsschlägen auch Trost.

Pfarrer Eckhart Friedrich zeichnete in seiner Andacht das Bild der Hirten, die bei Jesu Geburt ebenfalls unter freiem Himmel waren und ihnen ein Engel erschienen sei. Hoffnung und Zuversicht, so Friedrich, gelte es auch im eigenen Leben wieder mehr Raum zu geben. Er erinnerte an die biblische Überlieferung von Maria, die hochschwanger mit ihrem Mann unterwegs war und in einem Stall bei Bethlehem ihr Kind zur Welt brachte. Jahrhunderte zuvor, beschrieben im Alten Testament, war Rahel, die Frau des Jakob, am Weg nördlich von Bethlehem bei der Geburt ihres Sohnes Benjamin gestorben und dort beigesetzt worden. So wie Jakob und Rahel, Josef und Maria unterwegs waren, so sind auch in der Gegenwart viele Menschen unterwegs. Weihnachten könne man nicht feiern, ohne an all die Flüchtlinge zu denken, die sich nach einem Ort der Gewissheit und Geborgenheit sehnen, sagte Pfarrer Friedrich. Er berichtete von Flüchtlingslagern auf Lampedusa, wohin viele nach einer riskanten Überfahrt über das Mittelmeer gebracht werden. Menschen, die durch die Flucht auf Sicherheit und ein besseres Leben hoffen.

Weihnachtslieder und Gebete begleiteten die besinnliche Auszeit am späten Abend. "Für uns gehören Weihnachten und Hirtenfeier zusammen", sagte ein Ehepaar aus Friedrichstadt. "Schade, dass keine Bläser da sind." Wegen Erkrankung gab es die Musik erstmals von der CD. Nach gut einer halben Stunde am Feuer gingen die Menschen zurück in ihre Wohnungen. Still, nachdenklich, aber auch mit Zuversicht im Herzen.

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