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Wittenberg: Der Spielplatz ist für alle da

Uhr | Aktualisiert 26.11.2012 19:32 Uhr
Auf diesem Spielplatz dürfen sich alle Kinder austoben. (FOTO: KUHN) 
Werden in Wittenberg Kinder ausgegrenzt? Thomas Braune, Sportlehrer an der Sekundarschule Friedrichstadt, stößt sich sinnbildlich am Zaun, der seit einiger Zeit den Spielplatz in der Otto-Nuschke-Straße umgibt.
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WitTenberg/MZ/TEO. 

Zudem weist ein Schild darauf hin, dass es sich um den Spielplatz der Evangelischen Grundschule handelt. Seit wann der Spielplatz nicht mehr öffentlich sei, forderte Braune in der Bürgerfragestunde der jüngsten Stadtratssitzung Antwort ein und machte seinem Unmut Luft: Er wolle nicht in einer Stadt wohnen, in der nach katholischen, evangelischen, armen oder reichen Kindern unterschieden werde.

Tatsächlich wird der Spielplatz von der Evangelischen Grundschule unterhalten. "Es dürfen aber weiterhin alle Kinder dort spielen", versichert der Geschäftsführer des Trägervereins, Thomas Harting. "Das Schild hängt dort nur aus Haftungsgründen." Damit die Eltern wüssten, an wen sie sich zu wenden hätten, etwa wenn sich ein Kind an einem defekten Spielgerät verletzt. 2010 haben Stadt und evangelische Kirche dazu eine entsprechende Nutzungsvereinbarung abgeschlossen, erklärte Pressesprecherin Karina Austermann auf Anfrage der MZ.

"Wir hatten auf dem Spielplatz massive Probleme mit Vandalismus", so Austermann, "und haben schon zerstörte Spielgeräte wegnehmen müssen." Da sei das Angebot der Kirche, die Unterhaltung des Spielplatzes zu übernehmen, eine willkommene Lösung. Zum Zaun hat der Kirchenkreis Wittenberg 10 000 Euro dazu bezahlt. Die Schule sammelt zudem Spenden für neue Spielgeräte.

Dass der Spielplatz abends abgeschlossen wird, diene letztlich auch dazu, alles zu erhalten. Im Nutzungsvertrag sei festgelegt, dass der Spielplatz täglich, also auch am Wochenende von 9 bis 17 Uhr, geöffnet ist. "Jetzt im Winter schließen wir bei Einbruch der Dunkelheit ab, wo eigentlich kein Kind mehr draußen spielen sollte", so Harting. Die Stadt habe großes Interesse daran, dass der Spielplatz öffentlich bleibt, versichert Karina Austermann: "Schließlich entsteht dort gerade ein neues Wohngebiet". 2014 will sich auch die Stadt an der Erneuerung des Spielplatzes beteiligen. Vorerst sollen eine Schaukel und ein Schachtisch vom Seegrehnaer Spielplatz dorthin umgesetzt werden.

Der benachbarte Streetballplatz ist Eigentum des Landkreises. Dass der seit einiger Zeit generell verschlossen ist, hat Braune, selbst Abgeordneter der SPD, in den Fachausschüssen des Kreistages bereits moniert. Mit der Erklärung, der Kreis habe kein Geld für die Unterhaltung - der Bodenbelag ist kaputt - mache es sich die Verwaltung zu einfach, polterte Braune jüngst in einer Sitzung beim Kreis: So bekomme man die Jugend nicht von Computer und Fernsehen weg. Beim Ballspielen könnten sie ihre überschüssige Energie abbauen und Fairness lernen. "Aber da finanzieren wir lieber teure Präventionsprojekte."

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