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Wittenberg: Cranach in allen Gassen

Uhr | Aktualisiert 31.01.2013 20:38 Uhr
«Cranach der Jüngere ist eine Steilvorlage für Wittenberg», findet Stefan Rhein von der Stiftung Luthergedenkstätten. (ARCHIVFOTO: KUHN) 
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Lucas Cranach der Jüngere soll mit einer Ausstellung aus dem "Schatten" seines ungleich berühmteren Vaters herausgeholt werden. "Entdeckung eines Meisters" heißt Schau, die von Juli bis Oktober 2015 an verschiedenen Plätzen in Wittenberg laufen soll.
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Wittenberg/MZ. 

"Vorbereitung der Landesausstellung" nennt sich Tagesordnungspunkt 4 der Kulturausschuss-Sitzung. Nun, so weit ist es noch nicht. Noch hat die Stadt Wittenberg den Ehrentitel samt entsprechender finanzieller Würdigung nicht am Haken. Freilich, sagt der Referent, dürfe man sich weiter berechtigte Hoffnungen machen, dass die große Cranach-Schau 2015 eine Landesausstellung wird, der Antrag laufe.

Stefan Rhein, der an diesem Mittwochabend im Kulturausschuss die bisherigen Planungen vorstellt, spricht so oder so von einer "Steilvorlage" für Wittenberg. Lucas Cranach der Jüngere, um den es in jenem Jahr der Reformationsdekade gehen soll, wurde 1515 - anders als sein Vater - schließlich in der Stadt auch geboren. "Wenn es einen Wittenberger Künstler gibt, dann ist es Lucas Cranach der Jüngere." Rhein, der mit seiner Stiftung Luthergedenkstätten im Auftrag des Landes das Cranach-Thema "formuliert" und in dieser Angelegenheit auch die Deutsche Zentrale für Tourismus als weltweiten Werber hinter sich weiß, will den Jüngeren aus dem "Schatten" seines ungleich berühmteren Vaters herausholen - "Entdeckung eines Meisters" heißt denn auch die Ausstellung, die von Juli bis Oktober 2015 an verschiedenen Schauplätzen in Wittenberg laufen soll, ein Jahr, das Rhein zufolge als "Testjahr" fürs Reformationsjubiläum 2017 gilt. Ausstellungsorte sollen das Augusteum, die Stadtkirche und das Cranach-Haus Markt 4 sein. Zudem ist geplant, den Renaissance-Maler an weiteren Stellen im öffentlichen Raum, auf Straßen und Plätzen, greifbar zu machen - "Cranach-City" lautet der Arbeitstitel dieses Projektes.

Im Augusteum, das bis dato so weit fertig saniert sein soll, dass die Schau dort stattfinden kann, will man auf 1 200 Quadratmetern den jüngeren Cranach kunsthistorisch und die biografisch würdigen. Ein Wissenschaftler-Paar aus Dresden arbeite an der Biografie des Malers, in dessen Lebenslauf es offenbar noch diverse weiße Flecken gibt; was die Gemälde angeht, werde man selbstverständlich auf Leihgaben zurückgreifen, so Rhein.

Rhein zufolge will man sich Cranach allerdings nicht ausschließlich "museal" nähern. Vorgesehen sei eine möglichst breite Beteiligung und Einbindung von Bürgern, vor allem junger Menschen. "Partizipativ" nennt er diesen Ansatz, der insbesondere im Cranach-Haus Markt 4 umgesetzt werden soll. ",Pop up'-Cranach" (Cranach zum Aufklappen) heißt das Projekt, für das man das Berliner "FEZ" mit ins Boot holt. Die Einrichtung in der Wuhlheide verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Unterhaltung und Wissensvermittlung für Kinder und gilt als die größte ihrer Art in Europa. 2014 werde es voraussichtlich eine Präsentation dieses Projekts in der Hauptstadt geben, als Appetithäppchen für Berliner und Touristen.

Zurückhaltend äußerte sich Rhein zu einer Einbeziehung des Cranach-Hofs Schloss-Straße 1, wo die Cranachs ihre Werkstatt hatten. Mehrere Ausschussmitglieder, darunter der Vorsitzende Volker Werner (Freie Wähler), hatten danach gefragt. So ein Hof stelle doch eine viel niedrigere Hemmschwelle dar als ein Haus, fand Werner.

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