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Wittenberg: Baum der Wünsche für benachteiligte Kinder

Uhr | Aktualisiert 21.12.2012 19:32 Uhr
Wünsche werden erfüllt. Landrat Jürgen Dannenberg (re.) hatte eingeladen. (FOTO: ACHIM KUHN) 
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Zu einer vorfristigen Bescherung hatte Landrat Jürgen Dannenberg ins Kreishaus eingeladen. Seine Idee, den Weihnachtsbaum im Foyer zum Wunschzettelbaum für benachteiligte Kinder zu machen, war auf große Resonanz unter den Mitarbeitern des Hauses gestoßen.
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WITTENBERG/MZ. 

Ioannis hatte so eine Ahnung, dass sein Wunsch erfüllt sein könnte. "Man hört es am Schütteln", war der Zwölfjährige sicher, dass sich unter dem Geschenkpapier ein Puzzle verbarg. Das Motiv hatte er vorgegeben: Fußball, alles außer Bayern. Und die Schokolade obenauf mit dem "Schalke 04"-Logo ließ Gutes hoffen. Michael, neun Jahre, hatte sich einen Mars-Rover gewünscht, alternativ ein Lego-Boot. "Ich weiß nicht, was drin ist", rätselte er, ein großes Paket in der Hand.

Große Resonanz

Es war eine vorfristige Bescherung, zu der am Donnerstag Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) ins Kreishaus eingeladen hatte. Seine Idee, den Weihnachtsbaum im Foyer zum Wunschzettelbaum für benachteiligte Kinder zu machen, war auf große Resonanz unter den Mitarbeitern des Hauses gestoßen. Fünf Einrichtungen im Landkreis, Kinderheime und Einrichtungen der Jugendhilfe, konnten hierher den Wunsch (und eine Alternative) von insgesamt etwas über 50 Kindern bringen. Der Wert sollte zehn Euro nicht übersteigen.

Was folgte, war ein breiter Zuspruch quer durch alle Abteilungen. Nur eineinhalb Stunden nach dem Aufhängen waren die Zettel alle weg, Initiator Dannenberg musste für sich sogar noch zwei nachordern, weil er an dem Tag nicht im Hause war. "Ich habe halb zehn den letzten vom Baum genommen", erzählte Jenny Wenzel. Die studentische Praktikantin war mit vielen anderen Geschenke-Spendern am Donnerstag mit im Foyer und sah in viele leuchtende Kinderaugen. Denn ein Teil der Wunschzettel-Schreiber war bei der Bescherung anwesend und durfte das eigene Paket höchstpersönlich in Empfang nehmen.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern war ebenso gut wie die unter den Beschenkten. So manches Kind dürfte sich beim Auspacken freuen, dass sogar beide Wünsche erfüllt worden sind. Dennoch sei es schwierig gewesen, genau das zu bekommen, was die Kinder wollten, erklärten einige der Geber. Dafür wurde zuweilen in Ermangelung hiesiger Laden-Angebote sogar das Internet bemüht, und nicht selten mussten die Erwachsenen nachfragen, was genau gemeint war, wenn auf dem Zettel etwa "Musikbox" stand. Das jüngste beschenkte Kind war übrigens 22 Monate alt, es bekam didaktisches Spielzeug.

Dass sich ein großer Zuspruch abzeichnet, hatte Landrat Dannenberg schon bei der Ankündigung der Aktion in einer Mitarbeiterversammlung vernommen. Im Nachhinein kam auch öfter der Satz, dass es in der Anzahl durchaus mehr Wünsche hätten sein können. "Das sind alles Dinge, die man beim nächsten Mal anders machen kann", meinte der Landrat, der die Aktion durchaus zur Tradition werden lassen möchte. Was die Zahl der beschenkten Kinder und Jugendlichen angeht, "wollten wir in jedem Fall, dass nichts übrig bleibt", nannte er einen triftigen Grund für die Beschränkung. Dannenberg dankte all seinen Mitarbeitern für ihre herzlichen Gaben an die Kinder. "Sie wissen, dass sie in den Einrichtungen gut betreut werden, wollen aber zusätzlich gern Freude verbreiten."

Auspacken erst Heiligabend

Während einige Kinder ihre Geschenke gleich nach der Rückkehr in ihre Einrichtung auspacken durften, hieß es bei anderen, dass sie bis Heiligabend warten sollten. Maria, 13 Jahre alt, zeigte sich schon ganz gespannt. Eine DVD hatte sie sich gewünscht, alternativ ein Buch. Doch in der Tüte in ihrer Hand war mehr als das, mindestens drei Päckchen plus Süßigkeiten. Weihnachten kann kommen - und das möglichst bald.

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