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Talk am Turm: Jugendliche und Stadtpolitiker diskutieren über Wallanlagen

Uhr | Aktualisiert 23.01.2013 18:42 Uhr
Der jüngste Teil der Wallanlagen ist der Luthergarten. (ARCHIVFOTO: KLITZSCH) 
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Eine Kletterwand im Stadtpark und ein Open-Air-Kino - das sind nur einige von zahlreichen Vorschlägen, die sich Jugendliche für die Gestaltung der Wallanlagen ausgedacht haben.
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wittenberg/MZ. 

Liegesessel und ein Grillplatz auf dem Bunkerberg, ein Trampolin vor dem Soziokulturellen Zentrum "Pferdestall", eine Kletterwand im Stadtpark und ein Open-Air-Kino sowie Schachtische im Amselgrund - das sind nur einige von zahlreichen Vorschlägen, die sich Jugendliche für die Gestaltung der Wallanlagen ausgedacht haben. Die jungen grünen Ideen trafen am Dienstag beim "Talk am Turm" in der Evangelischen Akademie auf die Rahmenbedingungen von Verwaltung und Politik.

Zukunft der Historie

Unter dem Titel "Schöner grünt es rund um die Altstadt" diskutierten die Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Parteien sowie Stadtentwickler Jochen Kirchner mit jüngeren und älteren Gästen der Veranstaltung darüber, wie der historische grüne Gürtel der Stadt in Zukunft aussehen - und wie er genutzt werden soll.

Stellvertretend für "die Jugend" hatte Andreas Henska zuvor vorgestellt, mit welchen Plänen ein fester Kern von zehn Leuten vom Radsport- und Skaterverein "Rask" und vom Verein "Kultur mit Sahne" dem Grün zu Leibe rücken möchte.

Mit Fantasie und Pragmatismus zugleich entwarfen sie ihre Ideen für die beherzte Nutzung des öffentlichen Raumes. In die Erde eingelassene Mülleimer, Bänke, die sowohl zum Sitzen als auch zum Befahren mit BMX-Rädern genutzt werden können, zeugten von einem Konzept, das generationenübergreifend zum Verweilen einladen möchte - und Jung wie Alt vielleicht gar zusammenbringt, etwa beim gemeinsamen Spiel am Schach-, Mühle- oder Dametisch.

Dass es freilich nicht einfach sein wird, einzelne Ideen umzusetzen, darauf verwiesen, bei allem Lob für das jugendliche Engagement, Kommunalpolitiker und Verwaltungsfachleute gleichermaßen. Denn schließlich handele es sich bei den 1873 nach der Entfestigung der Garnisonsstadt entstandenen Anlagen um ein Denkmal - "ein Einzeldenkmal im Rahmen des Flächendenkmals Altstadt".

Man müsse, so Jochen Kirchner, also immer das Gesamtkonzept im Blick behalten. "Das ist ein langwieriger und schwieriger Prozess." Er verwies darauf, dass die Pläne zur Entwicklung des Grüngürtels bis in die 1990er Jahre zurückreichen. Dass es bei der Gestaltung darum gehen müsse, den öffentlichen Raum für möglichst viele Menschen nutzbar zu machen, stehe außer Frage. "Die Wallanlagen sind für die Altstadtbewohner, die Wittenberger und die Touristen in gleichem Maße von Bedeutung", heißt es in der Fortschreibung des Rahmenplans für die Altstadtsanierung von 2007.

Mensch vor Denkmal

"Wir sind Bürger der Stadt, wir leben hier und wollen uns hier wohlfühlen", betonte Karin Präger. Ihr sei es wichtig, den Menschen, nicht den Denkmalschutz in den Mittelpunkt zu stellen. "Die Ideen der jungen Leute gefallen mir fast durchweg gut, sie sind nicht nur für junge Leute interessant", plädierte sie für eine Umsetzung einzelner Ideen an einzelnen Standorten.

Und bekam Schützenhilfe von Landschaftsplanerin Anett Paul, die das Konzept zur Entwicklung der Anlagen maßgeblich mitentworfen hat: Denkmalschutz müsse kein Hemmschuh sein. "Es ist vieles machbar", Befürchtungen seien fehl am Platze. Unterstützung für die jungen Ideen sagte auch die Mehrheit der Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat zu - unter Beachtung einer Gesamtkonzeption und der leidigen Finanzierungsfrage.

Das ließ die Jugendlichen hoffen, mittelfristig. Denn dass sie wohl einen langen Atem brauchen werden, auch das wurde bei allem Wohlwollen deutlich. "Ich werde auf jeden Fall die nächsten zehn Jahre dranbleiben" unterstrich Andreas Henska auf Nachfrage von Akademiedirektor Friedrich Kramer. Und vielleicht, regte ein Gast an, könnten noch mehr Menschen ihre Ideen für ihre Grünanlage einbringen.

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