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Spenden: Afrika-Hilfe-Verein unterstützt Projekte in Kenia und Gambia

Uhr | Aktualisiert 23.01.2013 21:49 Uhr
Etwas Farbe darf ruhig sein. Ein Blechzaun umfriedet das Waisenhaus in Kenia, in dem 76 Kinder Unterschlupf gefunden haben. (FOTO: ALEXANDER BAUMBACH) 
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Die von drei Wittenbergern unterstützten Projekte in Kenia und Gambia sollen jetzt langfristig gesichert werden. Entstanden war der Afrika-Hilfe-Verein ursprünglich aus Abenteuerlust.
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WITTENBERG/MZ. 

Die akuten Notfälle sind behoben, mittlerweile konzentriert man sich beim Wittenberger Afrika-Hilfe-Verein auf langfristige Projekte. Das Dreigestirn; Steffen Kehlitz, Sven Copitzky und Anne-Sophie Rettel; das den Verein 2010 aus der Taufe gehoben hat, sieht das Schulprojekt in Gambia und das Watoto-Wema-Waisenhaus in Kenia mittlerweile in der Konsolidierung.

"Wir haben mit der Schulpatenschaft in Gambia ein Projekt übernommen, das permanent und langfristig auf unsere Unterstützung angewiesen ist. Mehrere Lehrer und Betreuer wurden fest angestellt, 100 Schüler können durch unsere Hilfe täglich zur Schule gehen", berichtet Kehlitz von den Entwicklungen seit dem letzten Bericht in der MZ.

Entstanden war die Unterstützung ursprünglich aus Abenteuerlust - bei einer Wohltätigkeitsrallye von Dresden nach Banjul in Gambia hatten er und sein Freund Sven Copitzky die ersten Kontakte geknüpft, die heute zu dem langfristigen Schulprojekt geworden sind. Die übernommene Verantwortung ist groß. "Die Spendengelder fließen eben nicht automatisch", sagt Kehlitz.

Inzwischen haben die Wittenberger erste Hilfsangebote bekommen - wenn alles klappt, findet etwa ein Spendenlauf rund um den Zeller See statt. Auch zwei Schulklassen haben sich gemeldet, die den Verein unterstützen wollen - aber gerade die Koordination der Hilfsangebote laste die rein ehrenamtlich tätige Mannschaft des Vereins zeitlich sehr aus.

"Wir würden gern mehr tun. Insbesondere die Situation in Gambia wird derzeit zunehmend schwieriger. Durch den Krieg in Mali hat Gambia inzwischen ein Flüchtlingsproblem. Die medizinischen Versorgungseinrichtungen sind überfordert", beschreibt er die Lage vor Ort. Gerade Medikamente seien jetzt wichtig - auf der Homepage des Vereins gibt es dazu auch eine Liste der dringend benötigten Mittel.

So akut ist die Lage des Watoto-Wema-Centre in Nairobi, Kenia, derzeit nicht. Das Waisenhaus ist vor einem Jahr aus dem Armenviertel Kayole in den grünen Stadtrandbezirk Ruai umgezogen. Die Wittenberger Spendengelder finanzierten damals auch die Einrichtung des Heimes für 76 Waisen und Kinder aus sozial schwachen Familien mit: Doppelstockbetten und ein Herd für die Gemeinschaftsküche wurden angeschafft.

Zur Zeit liegt der Fokus darauf, die Frischwasser- und Stromzufuhr zu gewährleisten. Auch die Selbstversorgung des Heimes durch Obst- und Gemüse und eine kleine Ziegen-, Kaninchen- und Hühnerzucht stehen für sie daher auf dem Plan. Dennoch könne man sich jetzt nicht zurücklehnen. "Die tägliche Versorgung mit Lebensmitteln und auch die Finanzierung des Lehr- und Betreuungspersonals erfolgt immer noch ausschließlich über Spendengelder - die brauchen wir dringend", erklärt Anne-Sophie Rettel.

Die 24-jährige Sackwitzerin hat vor vier Jahren einen mehrmonatigen Freiwilligen-Einsatz in dem Kinderheim absolviert - und nach ihrer Rückkehr durch Vorträge an Grundschulen im Landkreis für die erste Spendenwelle an das Watoto-Wema-Zentrum gesorgt.

Das Heim, das in der Nähe der Klärteiche der kenianischen Hauptstadt steht, hat aber noch eine andere Finanzierungsmöglichkeit entdeckt. Für die Bauarbeiter, die in den nächsten Jahren die Kläranlage erweitern sollen, wolle man kleine Wellblechhütten auf dem freien Grundstück vor dem Heim errichten. Diese werden dann vermietet, die Küche könnte für die Arbeiter kochen.

Mittelfristig erhofft sich die stellvertretende Heimleiterin Marjolein van der Kolk davon bis zu 400 Euro Einnahmen im Monat, was einen Großteil der Fixkosten des Heimes decken würde.

Die gebürtige Niederländerin, die heute in Kenia lebt, lobt die Wittenberger Hilfe in den höchsten Tönen. "Wir haben heute ein solides Netzwerk von Spendern, vor allem aus Europa - aber ohne Anne-Sophie wären wir heute noch nicht so weit. Gerade die Idee mit der Ziegen- und Hühnerzucht stammt ja von ihr", pflichtet ihr der kenianische Heimleiter Wasilwa Lusweti bei.

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