"Ich bin für Abriss", sagt Rolf Häuser, Chef des Bauordnungsamtes, nachdem er den aktuellen Zustand des Gebäudes gesehen hat. So einfach ist es natürlich nicht, das wissen er und die Anwesenden - darunter Statiker, Mitarbeiter des Kreises und des Abrissunternehmens - nur zu gut. Nach wie vor geht es bei allen Maßnahmen an und in dem Gebäude um Eingriff in fremdes Eigentum, auch wenn der Besitzer auf bisherige Verfügungen nicht reagiert hat.
Für rund 10 000 Euro wurde das Haus bis Jahresende beräumt. Wenn von "Müll und Dreck bis unter die Decke" gesprochen wird, dann nicht im metaphorischen Sinn. Zwei Räume sind noch immer voll mit Hinterlassenschaften des Besitzers und nicht begehbar, in Teilen des Erdgeschosses liegt noch Schutt. Allein das macht die endgültige Einschätzung des Gebäudezustandes und der notwendigen Maßnahmen schwierig. Nachdem ein Teil bereits bis auf die Grundmauern abgerissen wurde, muss nun über die Zukunft des Eckhauses entschieden werden. Es geht nicht nur um die Sicherheit des angrenzenden Gebäudes an der Marktstraße - das Eckhaus befindet sich genau auf der Sichtachse des Schlosses und genießt zudem Denkmalschutz.
Tiefe, lange Risse in Decken und Wänden, durchgesackte Böden in der ersten Etage - bislang wurden innerhalb nur die notwendigsten Sicherungsmaßnahmen vorgenommen und das Dach unzugänglich gemacht. Zur Wahl stehen nun weitere Sicherungsmaßnahmen, die mindestens 20 000 Euro kosten dürften und zunächst 15 Jahre überdauern. Damit verbunden wären regelmäßige Kontrollen und unkalkulierbare Nacharbeiten. Für einen Abriss wäre etwa die doppelte Summe zu veranschlagen, dafür ein für alle Mal. Die Möglichkeit, einen Käufer für das Gebäude in bester Lage zu finden oder es gar zu sanieren - das wagt hier keiner ernsthaft in Erwägung zu ziehen.