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Kreis Wittenberg: Wasserrohrbruch in Volksschwimmhalle

Uhr | Aktualisiert 20.12.2012 19:35 Uhr
Uwe Störzner, Geschäftsführer des Wasserversorgers Midewa, informiert sich vor Ort über die Schäden in der Volksschwimmhalle. (FOTO: THOMAS KLITZSCH) 
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Ausgerechnet in der Saison platzt ein Rohr und lässt 500.000 Liter Wasser in den Keller der Volksschwimmhalle ab. Vielleicht kann im Januar wieder gebadet werden.
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gräfenhainichen/MZ. 

Auf den ersten Blick wirkt alles wie immer. Die Volksschwimmhalle in Gräfenhainichen steht. Von Schäden keine Spur. Dennoch hat die Einrichtung mit dem wohl schlimmsten Szenario zu leben, was sie im normalen Badebetrieb ereilen kann. Die Schwimmer sitzen derzeit auf dem Trockenen. Das gesamte Becken ist leer.

Großflächig geflutet

500 000 Liter Wasser sind ausgelaufen. "Direkt in den Keller", bestätigt Uwe Störzner, Geschäftsführer der Midewa Wasserversorgungsgesellschaft, deren Tochter Infraservice die Gräfenhainichener Halle betreibt. Das Auslaufen des Wassers wiegt schwer. Es blieb nach dem Vorfall am 20. November eben nicht beim einfach zu reparierenden Schaden an einem 100-Millimeter-Rohr, durch das im Normalfall das in der Filtration gereinigte Wasser wieder ins Becken eingespeist wird.

Die Schwimmhalle ist sprichwörtlich abgesoffen. Ihr technisches Herz kollabierte zum Teil oder befindet sich im künstlichen Tiefschlaf. "Wir haben schnell noch die ganze Elektroversorgung ausgeschaltet", erinnert sich Nancy Bauer. Sie ist die Verantwortliche in der Schwimmhalle und hat das Bild von den Wassermassen noch vor Augen.

"Ich habe versucht, das Rohr mit den Händen zu halten." Die Aktion war nicht mehr als ein kurzer Augenblick der Hoffnung. 500 000 Liter Wasser drückten mit aller Wucht auf das Leck, der Keller wurde geflutet.

In Hüfthöhe zeichnet sich noch heute die Wasserlinie ab. Das Drama in Gräfenhainichen wie in fast allen vergleichbaren Einrichtungen: Das Gros der Versorgungssysteme befindet sich im Keller und versank dabei in den Fluten. "Kann ersetzt werden", bestätigt nicht nur Midewa-Chef Störzner. Auch Gräfenhainichens Vize-Bürgermeisterin Petra Helbig spricht von einer guten Zusammenarbeit mit der Versicherung.

Als Halleneigentümerin ist die Stadt nach wie vor Versicherungsnehmer und froh, dass der allein an technischen Einrichtungen auf gut 60 000 Euro bezifferte Schaden ausgeglichen wird. "Alles ist vor Ort geprüft, die Kostenvoranschläge für Neubeschaffungen sind da. Die Zusagen zur Kostenübernahme kommen Stück für Stück", so Petra Helbig.

Gut möglich, dass Mitte, Ende Januar der normale Badebetrieb wieder starten kann. "Wir hoffen es", sagt Uwe Störzner, der mit jedem Besucher rechnen muss in der Halle. 40 000 Gäste pro Jahr ist die Summe, mit der die Infraservice und die Stadt seit Jahren hantieren. Die Zahl wäre locker erreicht worden, betonen die Hausherren.

"Der Schaden ist natürlich doppelt hart. Er kam nicht nur unerwartet, er kam auch zur absoluten Unzeit." Störzner weiß, dass das Gros der Besucherzahlen in der kalten Jahreszeit sichergestellt wird. Zwei Monate Schließung in der Saison sind deshalb besonders hart. Eile ist geboten.

Trocknung auf Hochtouren

Denn allein beim technischen Schaden ist es nicht geblieben. "Das war hier in den ersten Tagen wie in der Sauna", erinnert sich Nancy Bauer. Das Wasser wurde zwar schnell aus dem Keller abgepumpt. Es hat sich aber auch in den Wänden festgesetzt. Tapeten haben sich gelöst, Feuchtigkeit ist hinter die Wandtäfelung gekrochen.

Trocknungsgeräte laufen auf Hochtouren - auch in der Weihnachtszeit. Die Halle soll schnellstmöglich wieder Wasser haben. Dann aber an der richtigen Stelle: im großen Schwimmerbecken. "Wir schaffen das", ist Uwe Störzner zuversichtlich. Zumal die Halle einen guten Stand in der Region habe.

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