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Kreis Wittenberg: Stickstoffwerke bauen eigenen Campus

Uhr | Aktualisiert 28.12.2012 19:17 Uhr
Alles edel. (FOTO: THOMAS KLITZSCH) 
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Die Stickstoffwerke Piesteritz nehmen im Januar den ersten Teil ihres Weiterbildungszentrums an der Dessauer Straße in Betrieb. Zehn Millionen Euro will das Chemie-Unternehmen investiert haben, wenn der "Campus" fertiggestellt ist.
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Wittenberg/MZ. 

Die Stickstoffwerke Piesteritz nehmen im Januar den ersten Teil ihres Weiterbildungszentrums an der Dessauer Straße in Betrieb. Zehn Millionen Euro will das Chemie-Unternehmen in Schulungsräume, Ausbildungslabors und Werkstätten investiert haben, wenn der "Campus" fertiggestellt ist.

Bedarf ist da. SKW beschäftigt derzeit 87 Auszubildende, dazu kommen noch einmal etwa 20 Mitarbeiter, die sich berufsbegleitend zum Meister oder Techniker ausbilden lassen, und etwa 15 Beschäftigte, die nebenher noch studieren. Sie alle sollen in dem neuen Haus Möglichkeiten zum Lernen finden. "Wir bündeln hier alles, was mit Wissensvermittlung zu tun hat", sagt Personalleiter Eberhard Hinder. Bislang waren die Schulungen übers Werksgelände verteilt, bald haben sie eine gemeinsame Heimat.

Dazu zählen auch die zahlreichen Kooperationen mit Hochschulen. Egal ob Agrochemisches Institut, Praxisseminar mit der Fachhochschule Anhalt oder "privilegierte Partnerschaft" mit der Martin-Luther-Universität: Die Kontakte von SKW zu Hochschulen sind breit. Auch diese gemeinsamen Veranstaltungen sollen in Zukunft an der Dessauer Straße stattfinden.

Folgerichtig gibt es in dem 1960 als Kampfgruppengebäude gebauten Haus heute einen Hörsaal mit 65 Plätzen, Labore für Chemie und Physik, eine kleine Bücherei und eine Informatik-Infrastruktur, um alles zu verknüpfen. Später - wenn die Sekundarschule Heinrich Heine nach dem Umbau in Reinsdorf aus ihrem Provisorium wieder ausgezogen ist - wird es auch Werkstätten für die technischen Berufe im ehemaligen Fachgymnasium geben. SKW hat das Anwesen bereits vom Kreis gekauft. Ende 2013 könnten die Umbauarbeiten beginnen, hofft Hinder. SKW selbst stellt dabei nur die Infrastruktur. Die Ausbildung wird vom Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft mit Leben gefüllt - wie bisher auch. "Wir werden keine eigenen Kapazitäten aufbauen", sagt Hinder. BBW arbeitet bereits seit Jahren für SKW, einige Zeit sogar in dem jetzt sanierten Gebäude, das zuletzt ein paar Jahre leergestanden hat.

Dabei hat das Werk selbst reichlich Mitarbeiter, die die "Ausbildungsbefähigung" haben. 40 bis 50 Angestellte kümmern sich "mit unterschiedlichem Zeitaufwand" neben ihren eigentlichen Aufgaben um Ausbildung und Lehre. Zu tun gibt es reichlich. "Wir investieren viel in neue Anlagen", erklärt Hinder, also müsse auch das Wissen der Mitarbeiter wachsen. Es gibt Unterweisungen, Belehrungen, Fortbildungen, Seminare und "Arbeitsplatzprüfungen", auf die man sich schon mal vorbereiten sollte. "Auch das ist Wissenserwerb und -erhalt", so Hinder. Gerade der Wissenserhalt ist für das Werk wichtig. Bis 2018 wird rund ein Drittel der Belegschaft in Rente gehen. "Das ist ein immenser Wissensverlust", so Hinder. Dem versucht SKW mit gezielter Fortbildung entgegenzusteuern.

Der Vorteil des eigenen "Campus": SKW kann die Ausbildungsinhalte mit steuern. Verfahrenstechniker der Hochschule Merseburg arbeiten zum Beispiel an Problemen in den SKW-Anlagen. Und vielleicht - so die Hoffnung in Piesteritz - entscheidet sich der eine oder andere Absolvent für die Arbeit bei einem der nach eigenen Angaben "innovativsten Düngemittelhersteller Europas".

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