Und der Neue kommt mit ehrgeizigen Plänen in die Heidestadt. "Im Januar starten wir ein Pilotprojekt", sagt der 53-Jährige am Freitag auf MZ-Anfrage. Offensichtlich will die WEG künftig auf industrielle Abfallprodukte setzen. Die sollen mit der von der Midewa - auch hier ist Störzner der Chef - ausrangierten und einst zum Schlammabsaugen verwendeten Fahrzeugen nach Gräfenhainichen zum Verbrennen im Blockheizkraftwerk transportiert werden.
In der Anlage - einst für das Verwenden von Palmöl konzipiert - wären dafür keine großen Veränderungen nötig. Die fallen dafür aber beim Brennstoff an. Das Abfallprodukt muss noch aufbereitet werden. Störzner sprach am Freitag von Zentrifugen. Nach Expertenschätzung ist dafür etwa eine 100 000-Euro-Investition notwendig. Die freilich müsste mit Blick auf die Gräfenhainichener Stadtkasse die Midewa schultern. Doch es geht nicht nur ums Geld allein. Die Midewa-Fachleute hoffen auf eine Dreiecksbeziehung zwischen Entsorgern, Land- und Forstwirten sowie Energieversorgern. "Das Pilotprojekt soll bis Juni dauern. Erste Erkenntnisse erwarten wir Ende Februar", so Störzner. Derzeit werde noch an den Feinheiten gearbeitet. Aber natürlich hat ein laufendes Blockheizkraftwerk auch seinen wirtschaftlichen Reiz. Es kann nicht nur Wärme liefern, sondern auch bis zu 400 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen.
Der neue Chef ist in der Region kein Unbekannter. Störzner hat über eine Midewa-Tochter auch das Sagen in der Schwimmhalle, und als WEG-Chef ist er ab sofort auch für die Straßenbeleuchtung zuständig.
Das sind durchaus ungewöhnliche Aufgaben für einen studierten Wasserwirtschaftler, der aber sowieso als Hansdampf in allen Gassen gilt. Die Gräfenhainichener Volksvertreter kennen ihn aus diversen Ratssitzungen - allerdings nahm Störzner meist als stiller Beobachter des Geschehens auf den Besucherstühlen seinen Platz ein - und die Fußballfans als Präsident von Union Sandersdorf.