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Kreis Wittenberg: Elsa und Horst Schmidt feiern Eiserne Hochzeit

Uhr | Aktualisiert 16.01.2013 20:48 Uhr

Elsa und Horst Schmidt sind seit 65 Jahren ein Ehepaar, am Donnerstag feiern sie Eiserne Hochzeit. (FOTO: THOMAS KLITZSCH)

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"Kuscheln? Das haben wir 65 Jahre lang gemacht", meint Horst Schmidt lächelnd. Doch auf Bitten des MZ-Fotografen rückt er gern dicht an seine Elsa heran. Am Donnerstag ist ihrer beider Hochzeitstag, der "Eiserne".
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WITTENBERG/MZ. 

Und eisern haben sie immer zusammengehalten - in guten wie in schlechten Zeiten. Allerdings: "Grundsätzlich schlecht ist es uns nicht gegangen", finden beide.

Gut eingerichtet

In ihrer kleinen Wohnung, zwei Etagen hoch, haben sie es sich gemütlich gemacht. Stick- und Häkelmotive zeugen davon, dass sich Elsa Schmidt früher gern mit Handarbeiten beschäftigte. "Jetzt im Alter werden die Augen schlechter", sagt die 87-Jährige ohne Klagen. Ehemann Horst holt einige selbst gemalte Bilder aus dem Schlafzimmer. "Ich habe auch viel gebastelt und Figuren geschnitzt. Da kommt der Kunsterzieher immer noch durch", erklärt er.

Dabei meinte es das Leben anfangs weniger gut mit ihnen. Beide waren Flüchtlinge. "Ich bin in Polen geboren und sechs Jahre in eine polnische Schule gegangen", erzählt Elsa, die damals noch Orlowski hieß. "Als ich 14 war, sind wir raus." Eigentlich wollten sie nach Thüringen, kamen dann aber in Piesteritz bei einem Onkel unter. Wenig später habe ihr Vater in Berkau eine Neubauernstelle übernommen. Horst Schmidt dagegen stammt aus Breslau, wurde noch in den letzten Kriegswochen eingezogen. "Ich hatte Glück, dass ich stiften gehen konnte. Da habe ich mich durchgeschlagen." Seine Mutter und Geschwister habe er in Leipzig gefunden, über weitere Stationen kam auch seine Familie letztlich nach Berkau.

Dort haben sich Horst und Elsa kennengelernt. "Damals gab es viele Feste, vor allem Fastnachten", lässt der Jubilar erahnen, wann es zwischen beiden gefunkt hat. Geheiratet haben sie in der Straacher Kirche - der Bräutigam musste dafür noch seine Mutter fragen, weil er noch keine 20 und damit nicht volljährig war. Am nächsten Tag gab es gleich die Kindstaufe dazu. Auf dem Hochzeitsbild ist davon nichts zu sehen, das wurde erst drei Monate später aufgenommen.

Ihr Leben verlief im Großen und Ganzen unspektakulär. Horst Schmidt beendete zwar seine Lehre als Maler nicht, fand aber Anstellung, studierte in den 70er Jahren und war Kunsterzieher in mehreren Schulen in Wittenberg. Elsa Schmidt saß mehr als 30 Jahre am Lotto-Schalter der Post.

Familienfest erst im Mai

Inzwischen genießen sie den Ruhestand. Sohn Horst wohnt gleich um die Ecke, Sohn Wolfgang in Neustrelitz. Inzwischen ist die Familie um vier Enkel und drei Urenkel gewachsen. Groß feiern wollen sie am Donnerstag nicht, zumal Horst Schmidt Anfang der Woche seinen 85. Geburtstag begeht. Das große Familientreffen wird im Mai kommen, schätzen sie. Bis dahin ist er sicher nach seiner Knieoperation wieder besser zu Fuß. Noch ist das Treppensteigen für beide jedenfalls kein Problem.

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