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Kreis Wittenberg: Eine Version der Muppetshow

Uhr | Aktualisiert 14.12.2012 17:50 Uhr
Das Finale war der Höhepunkt der Weihnachtsgeschichte. (FOTO: KLITZSCH) 
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Die Vorweihnachtszeit im Gräfenhainichener Paul-Gerhardt-Gymnasium hat ihren ganz eigenen Charakter. Die Schüler haben erstmals ein Weihnachtsmusical einstudiert.
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Gräfenhainichen/MZ. 

Hektik statt Besinnlichkeit. Aufregung statt Ruhe. Die Vorweihnachtszeit im Gräfenhainichener Paul-Gerhardt-Gymnasium hat ihren ganz eigenen Charakter. Das liegt nicht einmal am vollen Lehrplan. Die Heidestädter nehmen sich vielmehr seit Jahren selbst in die Pflicht, wenn sie ihre kulturelle Seite zeigen wollen.

Weihnachtsprogramme haben Tradition. "Seit 1997 machen wir das", bestätigt Ingrid Ehlicke. Über Jahre war sie eine der wichtigsten Strippenzieherinnen im Hintergrund. Sie arrangierte und dirigierte, lobte und sparte nicht mit Kritik. Das ist derzeit etwas anders. Nicht etwa, dass die engagierte Lehrerin ruhig geworden ist. "Aber wir wollten mal etwas wirklich Neues haben."

Die Gymnasiasten haben die Premiere auf der Bühne mit Bravour bestanden und werden auch noch am Montag ab 18.30 Uhr auf Weihnachten einstimmen. Sie haben Gewohnheiten wie alte Zöpfe abgeschnitten und sich auf Neuland gewagt. Noch immer sind Chor, Band, Theater- und Tanzgruppen der Garant für den Erfolg. Allerdings erleben die Besucher in diesem Jahr alles andere als ein moderiertes Programm mit einer Folge von Einzelbeiträgen.

Die ambitionierten Hobbykünstler haben sich an große Dinge gewagt und erstmals ein Weihnachtsmusical einstudiert. Chefin im Hintergrund war Heike Matysik. Auch das ist eine Premiere. Doch Lehrerin und Schüler haben ins Schwarze getroffen. Die Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens begeistert. Zumal die Gräfenhainichener es schafften, Schauspieler, Sänger und Tänzer gleichermaßen einzubeziehen ins Spiel.

Sicher. Die Geschichte aus Dickensscher Feder lebt vom alten und knurrigen Geizhals Ebenezer Scrooge (Henning Matysik), der völlig herzlos alles Schöne und Liebe und natürlich auch Weihnachten für absoluten Humbug hält. Die Bühne wird zum Kontor des launigen Scrooge. Der Zuschauer ist mittendrin und ohnehin nicht auf sich allein gestellt. Es gibt keine Moderatoren im Weihnachtsprogramm des Gymnasiums. Erzähler (Patrick Korpjuweit und Lucas Möbius) nehmen die Gäste allerdings mit auf die Reise. Sie fragen, staunen, erklären. Scrooge wird verständlicher, auch wenn er mit seinen Eigenheiten wohl nie verstanden wird.

Der Chor singt, die Mädchen tanzen, die Technik zaubert. Donnergrollen, Türenschlagen und von Lichtblitzen durchzuckte Dunkelheit. Auch in der Gräfenhainichener Version trifft Ebenezer Scrooge auf seinen alten und einst ebenso herzlosen Geschäftspartner Marley. Von Geistern ist die Rede, von Milde und Verständnis. Das Musical der Gymnasiasten ist dicht beim Vorbild, kurzweilig und reichlich Szenenapplaus wert.

Die Abkehr vom gewohnten Weihnachtsprogramm kommt an. Egal, dass erst einmal harte Töne angeschlagen werden und Weihnachten wie alle anderen zu Herzen gehenden Feste verdammt wird. Die Handlung hat ihr gutes Ende.

Zu viel Experiment sollte auch nicht sein. Das Gute siegt und auch ein Ebenezer Scrooge wandelt sich. Frosch Kermit sitzt auf der Bank, Gonzo und Rizzo führen durchs Programm. Wieder was Neues? "Nein. Das alles hier ist die Geschichte in der Version der Muppet-Show", bestätigt Ingrid Ehlicke. Überraschungen sind garantiert.

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