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Kreis Wittenberg: Das Land nach dem Bergbau

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 19:15 Uhr

Thies Schröder begutachtet die neue Ausstellung. (FOTO: KLITZSCH)

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Visionen sind erlaubt. Zumindest suggeriert dies die am 15. Dezember eröffnete Ausstellung in Ferropolis. Bei dem Motto "Nach dem Ende des fossilen Zeitalters - Klima und Energielandschaft in Sachsen-Anhalt 2050" richtet sich der Fokus auf ein künftiges Sachsen-Anhalt aus dem Blickwinkel des Klimawandels und künftiger Energieträger nach der Braunkohle.
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gräfenhainichen/MZ. 

Elf Tonnen Treibhausgas

Die Ausstellungsmacher, Anne Schmidt und Philipp Oswalt vom Bauhaus Dessau, sensibilisieren die Besucher für die Zeit nach dem Bergbau. Zwar verursacht heute noch jeder Einwohner Sachsen-Anhalts durchschnittlich etwa elf Tonnen Treibhausgase im Jahr (der globale Durchschnitt liegt bei 4,4 Tonnen). Doch mit dem Umdenken wurde bereits begonnen. Eine Kultur des "Weniger ist Zukunft" lautet die Botschaft. Dazu zählt die Einschränkung von Flugfernreisen. Aber auch die Rückbesinnung auf die Versorgung mit saisonalen regionalen Lebensmitteln. Eingehend auf diese Problematik eröffnete Thies Schröder, Geschäftsführer der Ferropolis GmbH am Samstag, genau einen Tag nach dem "17. Geburtstag" der Stadt aus Eisen, die Ausstellung in der Orangerie.

Keiner wagte 1995 vorherzusagen, wie sich dieses Projekt einmal entwickeln würde. Zweifler und Bedenkenträger gab es anfangs zur Genüge. "Wir sind zwar noch im Teenageralter, dürfen uns aber inzwischen doch fast erwachsen fühlen", meinte Schröder bezüglich der Zahl 17 humorvoll. Tatsächlich bietet das kulturelle Angebot mittlerweile Konzerte und Festivals der Extraklasse. Längst den Kinderschuhen entwachsen, gilt Ferropolis als eine erste Adresse und lockt Gäste aus Holland, England und den skandinavischen Ländern in die Arena - genauso wie etablierte Bands.

Dass derartige Großveranstaltungen auch grüne Inhalte haben können, sagte Janine Scharf, Pressesprecherin von Ferropolis. "Wir bekamen als Veranstalter beim letzten Melt-Festival den Green Award verliehen für unsere vorbildliche Mülltrennung und Müllerfassung. Darauf sind wir stolz." Das für die Müllentsorgung in Ferropolis zuständige Unternehmen von Gert Schönemann und Uwe Röttche aus Dessau beschreitet bereits progressive Wege. Es arbeitet mit der Hochschule Anhalt an gemeinsamen Forschungsprojekten zur Optimierung der Müllentsorgung. Auch dies darf getrost als ein Stück Umdenken gewertet werden und besitzt Vorbildwirkung.

Einblicke in industrielle Geschichte

Die Ausstellung dürfte als Dauerleihgabe in Ferropolis einen idealen Platz gefunden haben, zeigt sie doch auch den Werdegang eines ehemaligen Bergbaustandortes mit Blick in die Zukunft. Schulklassen und Reisegruppen erhalten einen Einblick in die industrielle Geschichte Mitteldeutschlands und in die zu erwartende Zukunft.

Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 17 Uhr in der Orangerie der "Stadt aus Eisen" zu sehen.

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