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Kreis Wittenberg: Auch viele Tiere sind jetzt lieber drinnen

Uhr | Aktualisiert 12.12.2012 22:37 Uhr

Erdmännchen unterm Schnee - zum Glück nur 'ne Attrappe (FOTO: THOMAS KLITZSCH)

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Die Tiere im Wittenberger Tierpark haben sich nach drinnen verkrochen. Das neugeborene Erdmännchen wächst nun erstmal im Warmen heran.
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wittenberg/MZ. 

Friede, Freude, Affenliebe? Die Hoffnung des Wittenberger Tierparks, die beiden umgesiedelten Vari-Weibchen würden sich am neuen Ort besser vertragen, scheint sich offenbar zu erfüllen. "Zänkische Vari-Damen schließen im Affenwald Freundschaft" titelte die Thüringer Allgemeine vor wenigen Tagen euphorisch in ihrer Online-Ausgabe für Sondershausen. Die beiden Lemuren waren im Oktober in den mehrere Hektar umfassenden "Affenwald" des Erlebnisparks im thüringischen Straußberg umgezogen, nachdem es in den Wittenberger Wallanlagen wiederholt zu tätlichen Übergriffen auch mit beiderseitigen Verletzungen gekommen war.Straußberg, sagt Wittenbergs Tierparkchef Mario Lindemann, sei bekannt als "Anlaufstation für Problemtiere". Für die Affen sei das riesige Freigelände "fantastisch", auch weil man sich dort aus dem Weg gehen kann.

Gegenwärtig befinden sich die Tiere freilich auch dort wetterbedingt in Innenräumen. "Für die beiden ,Prinzessinnen' ist das jetzt ein ganz anderer Konkurrenzdruck" als in Wittenberg, so Lindemann, es gilt sich nun in einer Gruppe einzuordnen. Natürlich verfolgt er auch nach dem Umzug weiter die Entwicklung der beiden Äffchen, die aus Barcelona nach Wittenberg gekommen waren. Am Vortag erst habe er ein Gespräch mit dem Straußberger Kollegen gehabt - auch wegen der Kattas, die wie berichtet im Frühjahr von dort in den Wittenberger Tierpark wechseln werden.

Was Hertés (Rosi) und Aja, die beiden Varis, angeht, glaubt Lindemann allerdings noch nicht an Affenliebe. "Das ist noch lange nicht überstanden." Auch in Wittenberg sei es die ersten "vier, fünf Monate" schließlich gut gegangen. Kleiner Vorteil Straußberg: Sollte eine neuerliche Krisenzeit heraufziehen, würde die - selbst im schneesicheren Thüringen - in die Freiluftsaison fallen und, siehe oben, entsprechend gemildert.

Ruhig ist es derzeit aber auch im Wittenberger Tierpark. Schneeflocken tanzen über verlassenen Freigehegen, die meisten Tiere haben sich in die Behausungen zurückgezogen. Ein Erdmännchenkopf guckt unter einem dicken Schneepolster hervor. Das ist natürlich nur ein Spaß, Teil der Weihnachtsdeko, sonst hätte das Tier ja auch keine Weihnachtsmann-Mütze auf. Die echten Erdmännchen, Vater, Mutter, Kind, haben sich hinter Glas zurückgezogen, ein wenig hektisch läuft eines der erwachsenen Tiere am Fenster hin und her, dass einem schier schwindelig wird vom bloßen Zusehen. "Das ist ihr erster Winter" und damit die erste Zeit drinnen, erläutert Lindemann, "das behagt ihnen nicht." Im Übrigen aber sei die Minifamilie "quietschvergnügt". Das Kleine, ein Einzelkind, war lange herbeigesehnt worden. "Jetzt ist es aus dem Gröbsten raus", sagt der Tierparkchef zufrieden. Der Schneefall ist noch ein wenig stärker geworden, nur den Nymphensittichen und den Zwergseidenhühnern in ihrem braunen Superflausch scheint der Winter nichts auszumachen. Ja, sagt Lindemann, zur Zeit sei es in der Tat ziemlich ruhig hier. Aber auch die Menschen werden wiederkommen. Spätestens am zweiten Feiertag, um den Weihnachtsbraten ein wenig wegzuspazieren.

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