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Coswig: Mutter weint um ihr ertrunkenes Kind

Uhr | Aktualisiert 14.01.2013 23:26 Uhr

Der Löschteich am Coswiger Lerchenfeld wurde am Sonnabend für einen zehnjährigen Jungen zur tödlichen Falle. (FOTO: KLITZSCH)

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Nur noch tot geborgen werden konnte ein zehnjähriger Junge, der am Samstagnachmittag in den Feuerlöschteich in Coswig eingebrochen war. Als der Rettungswagen abfährt, bricht sich die Verzweiflung der Mutter laut Bahn: "Mein Kind, nicht mein Kind!"
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Coswig/MZ. 

Nur noch tot geborgen werden konnte ein zehnjähriger Junge, der gegen 16.30 Uhr in den Feuerlöschteich der Sportanlage am Lerchenfeld in Coswig eingebrochen war. Er wollte nach Augenzeugenberichten einen Ball vom Eis angeln, der beim Spielen auf dem angrenzenden Grundstück über den Zaun geflogen war.

Als der Rettungswagen abfährt, ohne Blaulicht und Sirene, bricht sich die Verzweiflung der Mutter laut Bahn: "Mein Kind, nicht mein Kind!" Ihr Weinen erschüttert die Umstehenden. Auch die Mitglieder der Coswiger Feuerwehr, fast alle Familienväter, sind von dem Schicksal berührt. Mehr als eine Stunde brauchten sie, um den leblosen Körper des zehnjährigen Jungen aus dem eisigen Wasser des Feuerlöschteichs am Lerchenfeld zu bergen.

Der Junge hatte am Sonnabendnachmittag mit zwei Freunden auf dem benachbarten Bolzplatz Fußball gespielt. Dabei war der Ball über die Umgrenzung auf den Löschteich geflogen. Der Zehnjährige kletterte durch ein Loch im Zaun dorthin und lief auf das dünne Eis. Er brach ein.

Die Spielkameraden riefen Passanten zu Hilfe. Nachdem sie die Feuerwehr alarmiert hatten, versuchten zwei Männer vom Rand des Gewässers aus, das Kind mit Stöcken zu finden. "Wir haben da schon nichts mehr gesehen. Der Junge muss sofort untergegangen sein", sagte einer der beiden bedrückt. Der Teich ist nicht sehr groß, aber 2,50 Meter tief, an den Rändern abgeschrägt und mit einer Folie ausgelegt. Gefahr, in das eisige Wasser zu rutschen, bestand auch für die hilfsbereiten Coswiger.

Die Feuerwehrleute mussten das Wasser abpumpen und suchten gleichzeitig vom Schlauchboot aus. Um 16.10 Uhr waren die Rettungskräfte alarmiert worden. Als der Notarzt nach vergeblichem Wiederbelebungsversuch das Kind zum Rettungswagen trug, war es 17.30 Uhr. Notfallseelsorger Helmut Markowsky stand bei den Angehörigen, die bis dahin stumm das Geschehen verfolgt hatten. "Man kann ihnen im Moment des ersten Schocks nicht viel Tröstendes sagen", sagte er.

Ob das Unglück hätte verhindert werden können, wollte Ralf Moritz, Sprecher der Polizeidirektion Ost, am Sonntag noch nicht beurteilen. "Man wird sich auf jeden Fall mit ansehen, ob der Löschteich ordnungsgemäß gesichert ist."

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