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Coswig: Kein Geld für Lehrgänge der Feuerwehr

Uhr | Aktualisiert 01.02.2013 21:53 Uhr
Vor allem Lohnausfallkosten bremsen notwendige Ausbildung bei der Feuerwehr aus. (SYMBOLFOTO: DPA) 
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Zwei Drittel der beantragten Lehrgänge für Kameraden der Coswiger Stadtfeuerwehren mussten im vergangenen Jahr gestrichen werden. Die Stadt konnte die Reise- und Lohnausfallkosten nicht für alle angemeldeten Kameraden tragen.
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Wittenberg/MZ. 

Der Coswiger Stadtwehrleiter Ingo Künne hat das Problem jüngst bei der Rechenschaftslegung der Stadtfeuerwehr vor den Stadträten zur Sprache gebracht. Damit ist eingetreten, wovor die Interessenvertreter der Feuerwehren auch im Landkreis Wittenberg gewarnt hatten, als im Herbst 2011 bekannt wurde, dass ab 2012 das Land diese Kosten auf die Kommunen abwälzt, um selbst zu sparen. Zwar erhalten die Städte deshalb wieder Zuweisungen aus der Feuerschutzsteuer, aber das Geld ist nicht allein für die Qualifizierung der Kameraden gedacht, sondern für die Feuerwehr insgesamt, also auch für Ausstattung. Und es ist weniger geworden: 12 200 Euro hatte die Stadt Coswig 2012 zur Verfügung. 2009, das Jahr bevor den Kommunen die Feuerschutzsteuer komplett gestrichen wurde, waren es 26 600 Euro.

"Das Problem haben wir auf Kreisebene mit den Lehrgängen auch", sagt Kreisbrandmeister Frank Schneider. "Wir haben das geahnt. Die Kommunen, die schon wenig Haushaltsmittel haben, müssen jetzt sehr genau hinschauen, welche Lehrgänge notwendig sind." Den Wehrleitern bleibe nur, mit den Kameraden zu sprechen und sie auf die Folgejahre zu vertrösten. "Wir müssen jetzt strecken", sagt auch Künne, doch bereite ihm das auch Bauchschmerzen: "Es geht um die Einsatzbereitschaft." Nicht zuletzt würden die Lehrgänge auf der Grundlage der Risikoanalyse für den Brandschutz in der Stadt geplant. Und die zeigt in den kleineren Ortsfeuerwehren der Stadt Bedarf an Gruppenführern auf. Künne hat sich diesbezüglich an den zuständigen Referatsleiter des Innenministeriums gewandt, aber die Auskunft erhalten, dass finanzielle Zuweisungen an einzelne Städte nicht möglich sind, weil sonst alle Kommunen Sturm laufen würden.

Auch Zahna-Elster müsste kräftig Geld zuschießen, sollten alle beantragten Lehrgänge in Heyrothsberge stattfinden. "Die Mittel aus der Feuerschutzsteuer haben 2012 gerade mal für ein Drittel dessen gereicht, was eigentlich an Ausbildungen gebraucht wird", sagt Stadtwehrleiter Jürgen Pötzsch. Dabei hatte es vor allem bei Führungskräften der kleinen Wehren im Stadtgebiet viel Nachholbedarf gegeben. Mit 11 000 Euro aus der Feuerschutzsteuer rechnet Pötzsch in diesem Jahr, gebraucht würden aber knapp 30 000. "Wir teilen es schon so auf, dass wir zumindest von jeder Wehr jemanden schicken können. Aber nun drängt der Landkreis regelmäßig und fragt, wie der Ausbildungsstand ist", schildert Pötzsch das Paradoxon.

Als sei das nicht genug, plant der Landkreis für das laufende Jahr Tageslehrgänge für Feuerwehrleute an den Werktagen. "Das bringt dann wiederum Lohnersatzkosten mit sich. Und auch die hat die Kommune zu tragen", erklärt der Stadtwehrleiter.

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