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Coswig: Friederikentreff: Ein ganz besonderer Laden

Uhr | Aktualisiert 26.11.2012 19:37 Uhr
Nur selten kann Leiterin Monika Thomas die Senioren im Friederikentreff mal zu einem anderen Spiel überreden. Rommé mögen sie nun mal am liebsten. (FOTO: ACHIM KUHN) 
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Die Damen sind im Rommé-Fieber. Zwei Tische sind besetzt im Friederikentreff. Ältere Frauen haben ihre Karten in der Hand aufgefächert und vertreiben sich den Vormittag. Coswiger Senioren haben im Friederikentreff ein Domizil.
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coswig/MZ. 

Die Damen sind im Rommé-Fieber. Zwei Tische sind besetzt im Coswiger Friederiken-treff. Ältere Frauen haben ihre Karten in der Hand aufgefächert und vertreiben sich den Vormittag.

"Das ist eindeutig das beliebteste Kartenspiel hier bei uns", erzählt Monika Thomas. Die Leiterin des Seniorentreffs in der Friederikenstraße 42 hat es schon mit anderen Gesellschaftsspielen versucht. Aber die Frauen greifen immer wieder zum Rommé-Blatt. "Dabei lässt es sich gut schwatzen", findet die 77-jährige Ursula Grönke. Seitdem es den Friederikentreff gibt, kommt sie regelmäßig hierher. Das sind jetzt vier Jahre.

Im Februar 2008 wurde der Treffpunkt gegründet, er gehört zum Seniorenwohnpark Coswig. "Wir wollten den Männern und Frauen eine Möglichkeit geben, die Zeit in Gemeinschaft zu verbringen", sagt Monika Thomas. Das ist geglückt, denn die Stühle im Friederikentreff sind immer besetzt. Fast ausschließlich jedoch von Frauen. "Wir haben lediglich in einer Sportgruppe einen Mann", so Thomas.

Umzug wegen Platzmangel

Warum das so ist, kann sie sich auch nicht genau erklären. "Vielleicht scheuen sich die älteren Männer, wenn sie hier immer so viele Frauen sehen", mutmaßt sie. Der eine Herr aber sei der Hahn im Korb der Damen zwischen 70 und 80 Jahren. Der älteste Stammgast im Friederikentreff zählt 91 Jahre.

Wochentags trifft man Monika Thomas und ihre betagten Besucherinnen von 9 bis 16 Uhr im Ladengeschäft an, das erst seit wenigen Monaten bezogen ist. Schräg gegenüber, in der Hausnummer 5, hatte der Treff bis zum Sommer seinen Sitz. "Dort war es sehr beengt", so Thomas, nun bieten sich bessere Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung der Senioren. Gut 30 Leute zählen zum Stammpublikum mitten im Coswiger Stadtzentrum. Sie kommen zum regelmäßigen Kartenspiel, besuchen eine der beiden Sportgruppen, die Monika Thomas anleitet. Im Sommer sind sie bei Radtouren oder Ausflügen dabei. "Die älteren Leute langweilen sich auch am Wochenende", weiß Thomas und schaut deshalb nicht so genau auf den Feierabend. "Wenn meine Senioren da sind, dann sind sie da", findet die Friederikentreff-Leiterin, die zugleich auch als Beraterin fungiert. So ist sie auch Ansprechpartnerin, wenn es um die Modalitäten häuslicher Pflege oder um einen Heimplatz geht, steht mit Rat und Tat zur Seite.

Gesellschaft ist wichtig

Die älteren Damen wissen das ebenso zu schätzen wie die Möglichkeit, hier in gemütlicher Atmosphäre die Zeit zu verbringen. "Hier haben wir immer Unterhaltung und Gesellschaft", sagt Rentnerin Ursula Grönke und ihre Rommé-Runde stimmt ihr zu. "Die Frauen sehen sich mehrmals in der Woche und haben sich doch immer was zu erzählen", staunt Monika Thomas und greift zu den Karten. Am Tisch wird sie wieder in ihrer Runde erwartet. Geschummelt wird im Friederikentreff übrigens nicht. Die Seniorinnen ziehen eine ehrliche Partie vor.

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