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Ausgesetzt: Tierschützer und Händler sehen Trendwende bei lebenden Geschenken

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 22:22 Uhr
Tierheimleiterin in Wittenberg Marion Malbrich: «Vor manchen Tierliebhabern muss man die Tiere schützen.» (FOTO: A. BAUMBACH) 
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"Die Menschen haben dazugelernt. Anfragen, speziell vor Weihnachten, sind in den letzten Jahren ebenso zurückgegangen wie die Zahl der Fundtiere nach dem Fest", sagt Marion Malbrich. Doch leider stellen einige Neu-Tierhalter oft erst beim nächsten Urlaub fest, dass ein Haustier nicht in ihr Konzept passt.
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Wittenberg/MZ. 

Guter Rat anstatt Vierbeiner

Dennoch gibt es immer wieder so genannte Tierfreunde, vor denen man die Tiere schützen müsse, sagt die Leiterin des Wittenberger Tierheims. Sie erzählt von einem jungen Mann, der einen Tag vor Heiligabend zu ihr kam und noch nicht mal wusste, ob er einen Hund oder eine Katze zur "sofortigen Mitnahme" haben wollte. "Ein Tier hat er nicht bekommen. Wohl aber den Rat, sich über die Haltung von Tieren zu informieren und seine Entscheidung, ein Tier bei sich aufzunehmen, gründlich zu überdenken", so die Heimleiterin.

Die meisten, die mit dem Wunsch, ein Tier zu adoptieren in die Einrichtung an der Belziger Chaussee kommen, haben sich vorher beraten lassen, erzählt Malbrich. Da werden Kontakte geknüpft und sowohl Tier als auch Menschen auf das gemeinsame Miteinander vorbereitet. "Wenn alles stimmt, ist gegen eine Vermittlung nichts einzuwenden", verweist die Tierheimleiterin darauf, dass es selbst unter besten Bedingungen passieren kann, dass die Vermittlung rückgängig gemacht werden muss, wenn sich zum Beispiel der Eigentümer des Fundtieres meldet.

Keine typischen Weihnachtsopfer

In den vergangenen Wochen wurden laut Malbrich sechs Hunde - alles ältere Mischlinge und keine typischen Weihnachtsopfer - im Tierheim abgegeben. Die konnten, ebenso wie die fünf Welpen, die am ersten Weihnachtsfeiertag über den Zaun der Einrichtung geworfen wurden bereits alle in gute Hände vermittelt werden, sagt die Chefin.

Derzeit leben hier 21 Katzen und zwölf Hunde, wie der zweijährige Schäferhundmischling Bronco, der temperamentvolle Jack Russel Terrier Idefix und Tinka, die seit fünf Jahren und damit länger als alle anderen auf ein neues Zuhause wartet. Auch etliche farbenprächtige Sittiche sowie Meerschweinchen und Kaninchen gehören zu den Fundtieren.

Lieber Gutschein und Zubehör

"Wir raten Kunden, die für sich oder andere ein Tier zum Fest kaufen wollen, lieber einen Gutschein oder Zubehör zu nehmen", sagt Irene Seifert vom gleichnamigen Zoohaus, die den Verkauf von Tieren wie zum Beispiel Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel verweigert, wenn der Verdacht auf einen unüberlegten Schnellschuss naheliegt. "Doch die meisten überlegen sich das mittlerweile schon sehr genau", sagt Seifert, die seit 18 Jahren im Geschäft ist.

Bei Zoo Krappe lief das Weihnachtsgeschäft wie immer überdurchschnittlich gut, Doch das, so sagt Bert Krappe, der sich auf alles rund ums Aquarium spezialisiert hat, liegt lediglich daran, dass die Aquarianer im Winter einfach mehr Zeit für ihr Hobby haben. "Der Anteil an Reptilien und Amphibien spielt bei uns eine eher geringe Rolle", so Krappe.

Auch bei Zoo & Co. Nicolaus wurden vorm Fest nicht mehr Tiere verkauft. "Wir legen Wert auf Beratung und warnen vor unüberlegten Käufen", sagt Stefanie Klein, die sich ab und zu mit Kunden konfrontiert sieht, die einen Kauf rückgängig machen wollen. "Tiere sind von Rückgabe und Umtausch ausgeschlossen - auch wegen der Infektionsgefahr", empfiehlt die Fachverkäuferin dann, bei Freunden, Bekannten oder per Anzeige ein neues Heim für das Tier zu suchen.

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