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Auf dem Weg ins Erwachsenenleben

Uhr | Aktualisiert 16.03.2010 19:14 Uhr
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Jugendweihe

Sechs Grazien. Zur Jugendweihe darf es ruhig mal ein bisschen Glamour sein. (FOTO: MZ)

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In wenigen Wochen wird es wieder rascheln und duften und glitzern, dass es eine Art hat (zumindest was den weiblichen Teil der Betroffenen angeht) im KTC und anderen Festsälen.
WITTENBERG/MZ. 

In wenigen Wochen wird es wieder rascheln und duften und glitzern, dass es eine Art hat (zumindest was den weiblichen Teil der Betroffenen angeht) im KTC und anderen Festsälen: Am 17. April starten im Landkreis Wittenberg die Jugendweihe-Feiern 2010. Rechtzeitig zum Saisonauftakt hat der Landesverband der Interessenvereinigung Jugendweihe auch glänzende Zahlen vorgelegt. Demnach nehmen im Landkreis Wittenberg, wo die Interessenvereinigung einen eigenen Regionalverband hat, 67 Prozent aller Achtklässler an der Jugendweihe teil.

Mindestens 556 Jungen und Mädchen werden sich hier in diesem Frühjahr auf den Weg ins Erwachsenenleben machen: 30 aus Coswiger, 92 aus Gräfenhainichener, 103 aus Jessener und 331 aus Schulen im "Altkreis" Wittenberg, schlüsselt die Geschäftsstellenleiterin des Regionalverbands, Marlis Wessollek, die aktuelle Jahreszahl auf; 2009 waren es 481, wobei die Zahlen laut Wessolek in Abhängigkeit von den - gestiegenen - Schülerzahlen zu betrachten sind.

Abgeschlagen präsentieren sich im Ranking der Initiationsriten, die dort die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft bedeuten, weiterhin die Kirchen. Lediglich fünf Prozent der Schüler im entsprechenden Alter ließen sich konfirmieren, so der Superintendent des Kirchenkreises Wittenberg, Christian Beuchel. Das könnte freilich schon ein bisschen mehr sein - bei einem Protestantenanteil von 16 Prozent (30 400 Gläubige) im Kirchenkreis - und tatsächlich nehmen laut Beuchel auch mehr Schüler am Konfirmandenunterricht teil, als später dann zur Konfirmation gehen. Der Superintendent macht dafür einen "Gruppendruck" in den Schulklassen verantwortlich, wo die Mehrheit eben Jugendweihe hat. "In dem Alter kommt es sehr auf die Gruppe an", so Beuchel, "und wenn es den Eltern gleichgültig ist", ob der Nachwuchs konfirmiert wird oder nicht, dann werde es schwer.

Bei den Katholiken dürfte der Anteil noch deutlich geringer ausfallen. Zahlen liegen hierzu nicht vor, allerdings gehören hierzulande ohnehin nur etwa vier Prozent dieser Konfession an. Mit Kommunion und Firmung gibt es in der katholischen Kirche, wenn man so will, ein zweistufiges Aufnahmeverfahren in die Gemeinschaft. Vom Alter her Jugendweihe und Konfirmation vergleichbar ist die Firmung. Firmungen finden, als Angelegenheit des Bischofs höchstselbst, in Sachsen-Anhalt nur alle zwei Jahre statt. Im Oktober wird in Wittenberg wieder ein Firmungsgottesdienst stattfinden, Pfarrer Markus Lorek und sein Vikar erwarten etwa 25 bis 30 Firmlinge.

Für junge Menschen, die den Kirchen fern stehen aber deshalb nicht gleich der organisierten Jugendweihe nahe, gibt es seit einiger Zeit seitens der katholischen Kirche ein so genanntes Fest zur Lebenswende. Angeboten wird es in den größeren Städten, in Wittenberg nicht. Regelmäßig um die 60 Jugendliche pro Jahr entschieden sich für eine solche Veranstaltung, sagte auf MZ-Anfrage Thomas Lazar, Sprecher des Bistums Magdeburg. Für 2011 lägen allerdings schon allein für Halle Anmeldungen in dieser Größenordnung vor.

Superintendent Beuchel hat unterdessen bezüglich der Jugendweihe die Beobachtung gemacht, dass "viele nicht mehr an einer offiziellen Feier teilnehmen", sondern das zu DDR-Zeiten staatliche Fest nun ganz in Familie, als "eine Art Geburtstag", feiern. Marlis Wessollek bestätigt, dass es solche rein privaten Feiern gibt. Und fügt hinzu: "Die Problemfälle sind die, die gar nichts machen." Dafür gebe es finanzielle Gründe, aber nicht selten auch schlichtes Desinteresse seitens der Eltern.

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