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Asylbewerber-Umzug: Vockerode stellt Forderungen

12.12.2012 18:25 Uhr | Aktualisiert 12.12.2012 22:37 Uhr
In der Straße der Jugend in Vockerode sollen 170 Asylbewerber am 27. Dezember einziehen. (FOTO: THOMAS KLITZSCH) 
Von Andreas Hübner
Vockerode erhält zum Jahresende 170 neue Einwohner. Das sind die Asylbewerber aus Möhlau. Die Gemeindeschaftsunterkünfte im Gräfenhainichener Ortsteil werden geschlossen. Vockerodes Vizebürgermeister Rüdiger Schmidt übergab Landratsvize Klaus Hajek (beide SPD), in diesem Zusammenhang einen Forderungskatalog.
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Vockerode/MZ. 

"Um für die Bürger von Vockerode und für die Asylbewerber ein Leben in Ruhe und Sicherheit zu gewährleisten, fordern der Ortschaftsrat und die Einwohner von allen Verantwortlichen des Landkreises, des Landesverwaltungsamtes sowie den zuständigen Ministerien, dass die zentrale Unterbringung in Vockerode nur eine Not- beziehungsweise zeitlich befristete Lösung sein kann", heißt es in dem Schreiben.

"Derzeit ist nur eine Verlagerung des Problems von Möhlau nach Vockerode geplant", kommentiert Schmidt die Ereignisse der vergangenen Tage.

Außerdem wird gefordert, dass der Kreis, mit dem Landrat und dem Kreistag an der Spitze, seine Verantwortung bei der Betreuung und Unterbringung der Asylbewerber in vollem Umfang wahrnimmt. Dazu gehöre die ständige Präsenz vor Ort, damit Asylbewerber oder Einwohner Probleme schnell klären können. Erwartet wird jetzt in Vockerode die Schaffung einer dringend notwendigen Infrastruktur, wie "Verkehr, Schulen, Versorgung, medizinische und soziale Betreuung". Das würde eine Übergabe der Unterbringung in private Hand, wie es in Möhlau der Fall war, ausschließen.

Auf die Empfehlung des Landesverwaltungsamtes, die Flüchtlinge dezentral unterzubringen, sagt Schmidt: "Es sind alle Gemeinden und politisch Verantwortlichen des Landkreises zur Schaffung von wirklichen dezentralen Unterkünften einzubeziehen."

Das "bisherige passive Reagieren und Resignieren der Verantwortlichen mit der Suche nach der einfachsten Lösung, die sowohl die Asylbewerber als auch die Bürger allein lässt", werde abgelehnt. Schmidt fordert "einen regelmäßigen Austausch zwischen den Verantwortlichen des Kreises, des Landesverwaltungsamtes und der Stadt Oranienbaum-Wörlitz sowie die Schaffung einer Plattform zur offenen Diskussion und Information aller Einwohner, mit dem Ziel der Schaffung von Akzeptanz, Respekt und Toleranz". Hajek sagte bereits den Umzug der Gräfenhainichener Außenstelle der Ausländerbehörde in den Block in der Straße der Jugend in Vockerode zu. Vor Ort sollen auch Hausmeister und Sozialarbeiter sowie Wachschutz sein. Sicher nahm der Landratsvize auch deswegen den Forderungskatalog wohlwollend und in eher optimistischer Haltung entgegen.

Einen Kritikpunkt der Kommunalpolitiker, nämlich die zeitliche Festlegung dieser nach Vockeroder Auffassung "zentralen Lösung" bei der Unterbringung der Flüchtlinge, erneuerte Ortsbürgermeisterin Renate Luckmann (SPD). "Meiner Meinung nach wäre es nicht nötig gewesen, einen Vertrag sofort für fünf Jahre zu unterschreiben", erklärte sie. Hajek, sichtlich gestresst, hatte daraufhin am Freitag nichts mehr entgegnet.

Es wird auch gehandelt. Die Wohnungen sind bald bezugsfertig. Sie werden am 19. Dezember von der Kreisverwaltung abgenommen. Wer den Block in Vockerode betreiben soll, ist offen. Wie Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) im Kreistag sagte, sei man im Gespräch mit anderen Betreibern im Land.