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Alpaka-Zucht Vockerode: Weihnachtsbäume als Alpaka-Bonbon

Uhr | Aktualisiert 15.01.2013 14:55 Uhr

Ein Festmahl für die Vockeroder Alpakas sind Weihnachtsbäume. (FOTO: THOMAS KLITZSCH)

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Seit 2003 züchten Dirk Böttcher, seine Frau Helgard und Tochter Ulrike Alpakas, vor allem bekannt für ihre weiche Wolle, und das zehnte Jahr der hiesigen Zucht war äußerst erfolgreich. Zurzeit bekommen die flauschigen Vierbeiner Reste vom Weihnachtsfest als Leckerbissen - die Tannenbäume.
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Vockerode/MZ. 

Das Quecksilber erreicht an diesem Morgen gerade mal den Nullpunkt. Ein leichter Wind weht in der winterlichen Landschaft am Rande der ehemaligen Kraftwerksgemeinde. Eine dünne löchrige Schneedecke, die fast schon wie eine Schicht Puderzucker auf einem Kuchen anmutet, bedeckt den gefrorenen Boden auf dem Alpakahof nur spärlich. Nun würde man in erster Linie vermuten wollen, dass diese Jahreszeit bei den Alpakas als eher unbeliebt gilt - doch weit gefehlt. Denn die kalten Wintertemperaturen bringen für die Tiere im Januar immer wieder ganz besondere Bonbons: Weihnachtsbäume.

Festtagsschmuck für die Alpakas

"Dieses Jahr haben wir schon 24 Stück bekommen", sagt Hobbyzüchter Dirk Böttcher. In erster Linie seien es natürlich die Vockeroder, die ihren ausgedienten Festtagsschmuck vor dem Tor der Alpakagehege ablegen. "Es kommen aber auch ein paar Dessauer und bringen ihre Weihnachtsbäume zu uns."

Seit 2003 züchten Dirk Böttcher, seine Frau Helgard und Tochter Ulrike Alpakas, vor allem bekannt für ihre weiche Wolle, und das zehnte Jahr der hiesigen Zucht war äußerst erfolgreich. Der Stammbaum der Züchtung konnte um drei Tiere erweitert werden. Erst kam Stute Melody zur Welt und später dann vervollständigten die beiden Junghengste Romeo und Amadeus die Herde. "In diesem Jahr wollen wir auf jeden Fall mal eine Pause machen", verrät Böttcher.

Ein bisschen Farbe wäre schön

Allerdings würde er gern etwas Veränderung in der Herde sehen. Bis jetzt hatten die Böttchers ausschließlich braune und schwarze Tiere auf ihren Weiden. "Ein bisschen Farbe würden wir schon noch gern mit in die Herde bringen", sagt der Züchter. Er könne sich gut vorstellen, im elften Jahr mal ein weißes Tier dazu zu holen. "Das würde die Vielfalt erhöhen."

Als die Familie ursprünglich fünf der Tiere in ihre Obhut genommen hatte, konnte sie sicherlich nur vage vermuten, was daraus einmal werden würde. Derzeit zählt der Hof insgesamt 19 Tiere. "Das sind neun Hengste, acht Stuten und zwei Junghengste. Und größer soll die Herde in jedem Falle nicht mehr werden.

"Jedes einzelne der Tiere hat seine besonderen Eigenschaften", kommt Böttcher ins Plaudern. Da gibt es die besonders liebebedürftigen, die äußerst temperamentvollen, die skeptischen und natürlich die enorm zutraulichen Alpakas. "Für uns ist das nicht nur gewöhnliche Tierhaltung", sagt Böttcher, während er Amadeus liebkost, "da ist schon auch 'ne Portion Affenliebe mit dabei."

"Am Zaun sind die meisten unserer Schützlinge recht scheu", erklärt der Zuchtfreund, "wenn sie dann aber den Halfter um- haben, werden sie schnell lammfromm". Daher eignen sich diese Tiere auch für therapeutische Zwecke. Einige der Vockeroder Alpakas sind regelmäßig zu Besuch in Alten- und Pflegeheimen sowie in Einrichtungen für behinderte Menschen zu Gast. Darüber hinaus werden Alpaka-Wanderungen durch das angrenzende Biosphärenreservat angeboten. Besonders viel Freude bereiten auch die Auftritte in verschiedenen Kindergärten aus der Region. Für die Steppkes ist es immer ein großes Highlight, mit den Tieren auf Tuchfühlung zu gehen und das extrem weiche Fell zu streicheln.

Zorro ist der Chef der Herde

Die Böttchers werden sich wie immer auch in diesem Jahr mit einem "Tag des offenen Hofes" am "Gartenreichtag" im August beteiligen. Doch der große Höhepunkt wird zuvor der Woll- und Schertag am ersten Sonnabend im Mai sein. Eigentlich ist also immer etwas los bei Zorro und Co. Der dunkle Hengst mit den weißen Gesichtszügen fungierte viele Jahre als Zuchthengst und wird von den Vockeroder Züchtern immer noch als Beihengst genutzt. Mittlerweile ist das Tier schon 14 Jahre alt. "Er ist immer noch der Chef", sagt Böttcher. "Der weiß am besten, wie er die gesamte Herde in Schach hält", sagt er lachend.

Zorro scheint die kalte Jahreszeit und insbesondere die Weihnachtsbaumspenden zu genießen. Gemeinsam mit seinen Artgenossen hat er die Nadeln und die Rinde von einigen Bäumen bereits komplett abgeknabbert.

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