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Wittenberg: Wieder Car-Sharing-Standort in der Innenstadt

Uhr | Aktualisiert 07.08.2012 21:10 Uhr

Götz Meister am «teilAuto»-Standort. (FOTO: KUHN)

Nach Jahren der Abstinenz hat Wittenberg jetzt auch wieder einen Car-Sharing-Standort in der Innenstadt. Der hallesche Anbieter "teilAuto" nahm am Neuen Rathaus seinen vor einigen Jahren aufgegebenen Stellplatz erneut in Betrieb.
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Wittenberg/Mz/irs. 

Die Stele mit dem Logo, aus der sich Nutzer früher die Unterlagen angelten, war praktischerweise ohnehin nie entfernt worden, das Schild ist jetzt aber neu.

Mit dem bestehenden Standort an der Werkssiedlung verfügen Wittenberger und Besucher der Stadt nun wieder über zwei Möglichkeiten, im Bedarfsfall auto-mobil zu sein, ohne ein eigenes Auto unterhalten zu müssen. Der bisher in Piesteritz stationierte Renault Grand Scénic, ein Siebensitzer, startet ab sofort am Neuen Rathaus, Piesteritz bekommt dafür einen Renault Clio.

Anders als in Großstädten, wo die Zahl der Car-Sharing-Nutzer seit Jahren wächst, kann davon in Wittenberg (noch?) nicht die Rede sein. "Wir gehen in Vorleistung", räumt Götz Meister von "teilAuto Sachsen-Anhalt" unumwunden ein. Die Lutherstadt sei schließlich ein "traditionsreicher Standort" - Wittenberg war nach dem Gründungsort Halle 1999 die erste Stadt in Sachsen-Anhalt, wo "teilAuto" installiert wurde. Vor allem aber sei Car-Sharing mit nur einem Fahrzeug für eine ganze Stadt sehr schwer zu betreiben - die Gefahr, dass es gerade ausgeliehen ist, wenn ein anderer Kunde danach verlangt, sei dann eben groß.

Gegenwärtig nutzten rund zehn Wittenberger den Service regelmäßig, pro Woche gebe es zwei bis drei Buchungen, erklärt Meisters Kollege Tobias Bähr. Die Zahl der insgesamt in Wittenberg bei "teilAuto" Registrierten liege mit "zwischen 20 und 30" allerdings höher. Unter den Nutzern sind laut Bähr auch Vereine, die ein Auto beispielsweise für Gruppenfahrten buchen. Auch deshalb steht der Siebensitzer jetzt zentraler.

Dass "teilAuto" in der Vergangenheit bereits an sage und schreibe fünf Standorten in der Stadt tätig war, überrascht im Rückblick. Am Neuen Rathaus stimme die "Infrastruktur", dieser Platz sei auch deutlich besser als etwa der am ehemaligen Kirchlichen Forschungsheim, so Meister. Und was ist mit dem Hauptbahnhof, schließlich eine zentrale Schnittstelle für Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs? "Wir beobachten das aufmerksam", heißt es bei "teilAuto", auch und gerade mit Blick auf den Umbau des Bahnhofs zur ökologischen "Green Station".

Vorläufig aber genügen in der kleinen Stadt zwei Standorte, wobei der Piesteritzer hinsichtlich der Nutzerzahlen zwar ein Sorgenkind, der Platz dafür aber für das Unternehmen mietfrei zu nutzen ist: Die Zusammenarbeit mit der Piesteritzer Siedlungsgesellschaft PSG funktioniere sehr gut, loben Bähr und Meister. Und wo passte ein Auto auf Zeit schließlich besser hin als direkt neben einer per Definition autofreien Siedlung?

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