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Weihnachtseinkauf: Frauen haben das letzte Wort

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 21:08 Uhr
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Ob Plüschteddy, Duschbad oder Deckenleuchte - stärker denn je bestimmen Frauen, was im Einkaufskorb landet. Sowohl in Halles City als auch in den Einkaufsparks, überall beobachten die Händler: Bis zu 80 Prozent der Konsumentscheidungen liegen in weiblicher Hand.
Halle (Saale)/MZ. 

Und im Zweifelsfall hilft ein Gutschein weiter. 57 Prozent von 2 000 befragten Frauen halten es so, geht aus einer Statista-Umfrage hervor.

Einer Studie des Marktforschungsinstituts Nielsen zufolge haben inzwischen selbst in punkto Heimelektronik in zwei von drei Fällen Frauen das letzte Wort. Diesem Ergebnis liegt eine Umfrage unter 6 500 Kundinnen zugrunde.

Diesen Trend kann Center-Manager Marius Lörbach vom Einkaufspark Nova Eventis in Günthersdorf bestätigen: "Uns besuchen deutlich mehr Frauen als Männer." 60 Prozent der Kunden seien weiblich. Mode und Schmuck spielten immer eine wichtige Rolle, aber der Einfluss der Frauen zeige sich in jedem der 200 Geschäfte. Wie lange der Aufenthalt im Center dauert, auch darüber bestimme wohl vor allem die bessere Hälfte. "Frauen gehen shoppen und flanieren gerne", so Lörbach.

"Frauen wissen, was sie wollen", sagt Wolfgang Schmidt, langjähriger Chef von Galeria Kaufhof in Halle. Nach seiner Beobachtung erwiesen sie sich fast immer als der "entscheidungsfreudige Teil der Kundschaft."

Und selbst um Baumärkte machen Frauen keinen Bogen mehr. Klare Handhabung, simple Verpackung, gute Transportmöglichkeiten, so die Erkenntnis der Verkäufer von Max Bahr bis Obi, stehen hoch im Kurs. Der Hit im Advent: kleine Akkuschrauber - ohne viele Extras.

Knut Bernsen, Geschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen-Anhalt, rechnet mit einem weiteren Schub kurz vor dem Fest: "Viele Frauen wägen klug ab." Auch deshalb würden Weihnachtsgeschenke immer später besorgt. Erhebungen zufolge kaufen 18 Prozent der Kundschaft erst wenige Tage vor der Bescherung.

Ein Comeback feiern in diesem Jahr CDs und Bücher, berichtet Bernsen. Nahezu jede zweite Frau langt da zu. Auch Schallplatten laufen laut Marktanalyse immer besser. "Sachsen-Anhalt kauft zumeist traditionell und oft auch ganz praktisch, beispielsweise warme Winterschuhe", sagt Bernsen. Zurückhaltung übten Frauen allerdings wenn es um die neuesten und damit auch oft teuersten Tablets gehe. Das ist Bernsen zufolge auch eine Frage der Kaufkraft, die in Sachsen-Anhalt unter dem Bundesdurchschnitt liege.